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Auf nach Hamburg

Hamburg fällt mir nicht als erste Stadt ein, wenn ich an den Holzbau denke. Doch neben den bekannten Qualitäten einer der schönsten deutschen Städte locken dieses Jahr viele ambitionierte Holzbauobjekte in den Norden und zwar im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA).

Markus Langenbach. Bild: Balsereit

Liebe Leserin, lieber Leser,

4,7 Prozent! So niedrig war der Anteil hölzerner Häuser an den genehmigten Wohngebäuden in Hamburg im Jahr 2011 (nachzulesen in der aktuellen Statistik von Holzbau Deutschland). Da bin ich fast geneigt, den Begriff der "Diaspora" ins Spiel zu bringen. Anders sieht es aus, wenn man sich anschaut, wie der Holzbau bei der IBA vertreten ist: Die IBA mit ihrem Motto "Stadt neu bauen" hat es sich zur Aufgabe gemacht, zukunftsfähige Lösungen für drei große Leitthemen zu finden. Diese Themen nennt sie "Kosmopolis", "Metrozonen" und "Stadt im Klimawandel". In den "Metrozonen" wiederum sind es die vielen Projekte mit dem Begriff "Smart", die (auch) erst durch den Holzbau möglich werden. Sind doch bei den "Smart Price"- oder "Smart Material"-Gebäuden viele Holzhäuser dabei. Ebenso zeigen die vielen Hybrid- Gebäude die Potenziale dieser Bauweise. Ich halte es für sehr bedeutend und nachhaltig für den Holzbau, dass er bei einer solch wichtigen, großen und derart bedeutenden Veranstaltung vertreten ist.

Der Holzbau bietet Lösungen. In Hamburg zeigt er solche für die Bauaufgaben der Zukunft, auf all Ihren Baustellen im Lande zeigt er Lösungen für die entsprechenden Anforderungen der Bauherren. Auch in dieser Ausgabe der BAUEN MIT HOLZ wollen wir einige dieser Lösungen dokumentieren. Los geht‘s, wer hätte das gedacht, mit einem Projekt von der IBA.

Ab Seite 10 verdeutlicht Ihnen das "Case Study House", also das Fallstudien-Haus, wie mit Holz vorfertigbarer, bezahlbarer Wohnraum mit flexiblen Grundrissen geschaffen werden kann. Wer erinnert sich nicht an die Erdbeben in Italiens jüngerer Vergangenheit? Schon vor einiger Zeit berichteten wir über die Antworten, die der Holzbau in erdbebenbelasteten Regionen zu bieten hat. Im aktuellen Heft stellen wir ab Seite 16 eine Grundschule im norditalienischen Felino vor. Kaum fertiggestellt, überstand sie ein Erdbeben der Stärke 5,9.

Zur Ansichtsqualität hölzerner Fassaden existieren so viele Meinungen wie Bäume im Wald stehen. Sind erst einmal einige Jahre Sonne, Wind und Regen über sie hinweggezogen, lässt sich trefflich über die Optik und deren Wirkung auf die Wahrnehmung des Holzbaus streiten. Erst Anfang März, während der Holzbau-Exkursion im Rahmen des Bundeskongresses in Freiburg, durfte ich einem solchen Streitgespräch wieder beiwohnen. Geschmäcker sind subjektiv, die Forschung hat sich auf die Fahnen geschrieben, objektiv zu sein. Ab Seite 30 stellen wir Ihnen die Ergebnisse einer achtjährigen Testreihe von Holzbau Austria zur Bewitterung von Fassadenbaustoffen vor. Übrigens, welche Holzwerkstoffplatten im Fassadenbereich derzeit zu haben sind, finden Sie exemplarisch ab Seite 62.

Eine nützliche Lektüre wünscht

Markus Langenbach


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