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Fassade: Schimmernes Accoya-Holz

Dälken Architektur + Generalplanung entschied sich für geflämmtes Accoya-Holz bei der Erweiterung seines Hauptsitzes in Georgsmarienhütte ein. Mit dem außergewöhnlichen Fassadenmaterial hebt sich der Erweiterungsbau bewusst vom ursprünglichen Baukörper ab.

Accoya-Holz Dälken Architektur + Generalplanung
Eine vermittelnde Glasfuge vereint Bestandsgebäude mit Erweiterung. Foto: Christa Henke

Der dreigeschossige, kubische Baukörper springt in östlicher Richtung geländebedingt aus der Achse des Bestandsgebäudes hervor und ist über eine vermittelnde Glasfuge angeschlossen. An zwei Wänden in den Obergeschossen wurde das Holz auch nach innen getragen und imitiert dadurch eine geschlossene Gebäudestruktur. Die unterschiedlich großen quadratischen Fenster in einer beinahe zufällig wirkenden Platzierung erzeugen bewusst visuelle Exklusivität und kontrastieren mit den einheitlichen Fensterbändern des Bestandsgebäudes. Die vermittelnde Glasfuge, die den Eingangs- und Empfangsbereich sowie in den Obergeschossen Besprechungsräume und Teeküchen aufnimmt, verbindet Bestandsgebäude und Erweiterung zu einer harmonischen Einheit.

Gegründet 2003 mit zwei Personen, betreut Dälken heute mit einem über 90-köpfigen Team an vier Standorten bundesweite Hochbauprojekte. „Es war an der Zeit unser architektonisches Selbstverständnis mit unserem eigenen Gebäude nach außen zu tragen. Wir haben für unser Team in Georgsmarienhütte passgenaue Arbeitswelten und für unsere bundesweiten Auftraggeber eine repräsentative Anlaufstelle geschaffen“, so Geschäftsführer Bernd Dälken.

Accoya-Holz Dälken Architektur + Generalplanung
Das Familienunternehmen Dälken Architektur hat seinen Hauptsitz in Georgsmarienhütte erweitert. Foto: Christa Henke

Begeisterung für Holz war Ausgangspunkt beim Bauvorhaben

„Die Begeisterung für das Material Holz in der Architektur und die vielfältigen Möglichkeiten waren der Ausgangspunkt beim Bauvorhaben und führten zu einer Exkursion in die Niederlande, um sich das geflämmte Accoya-Holz als Fassade bei Gebäuden anzusehen“, resümiert die Innenarchitektin Hanna Berlemann über den Entscheidungsprozess des Dälken Projektteams während der Planungsphase.

Die schimmernden anthrazitfarbenen Fassadenbretter aus neuseeländischem Accoya-Holz sind mithilfe eines kontrollierten Brennprozesses entstanden. Bearbeitet und veredelt durch den niederländischen Hersteller Zwarthout mit der traditionell japanischen Shou-Sugi-Ban-Methode wurden im Produktionsprozess einzigartige Holzprodukte geschaffen. Entsprechend der jeweiligen Lichtverhältnisse reflektiert jedes Accoya-Holz die Kraft des Brennvorganges optisch in Farbe und Struktur unterschiedlich.

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Das geflämmte Accoya-Holz im Innenraum imitiert eine geschlossene kubische Gebäudestruktur der Erweiterung. Foto: Christa Henke

Die Unikate wurden mit Hilfe einer Unterkonstruktion in variablen Längen und Breiten montiert, um die großzügigen Glasflächen aufzunehmen und divergente Lichtreflektionen zu erzeugen. Neben der kräftigen Optik sind die Unikate mit ihrer puren schwarzen Kohleschicht besonders robust und sehr langlebig. Im Gegensatz zu anderen Holzkonstruktionen ist das Accoya-Holz nach der Bearbeitung witterungsresistent und weniger anfällig für Pilze und holzzerstörende Insekten.

Sozialräume, Kommunikationsräume und Rückszugsorte entstehen

Die Erweiterung optimiert die funktionalen Abläufe. Flexibel nutzbare und agile Arbeitsplätze unterstützen dabei die Projektarbeit. Die offene und helle Raumatmosphäre harmonisiert die neuen Arbeitswelten. Neben neuen Sozialräumen sind in der Erweiterung auch sogenannte Thinktanks entstanden, um neue Kommunikationsorte zu schaffen und Rückzugsorte für noch konzentrierteres Arbeiten zu bieten. Um stärker auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu reagieren, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, wurde zudem ein Duschbereich mit Umkleidemöglichkeit realisiert.

Der Erweiterungsbau wurde im Dezember 2019 fertiggestellt und direkt bezogen. Im Frühjahr 2020 wurden die Außenlagen begrünt und mit Erholungsorten für das Team und für Gäste ausgestattet. Im Frühjahr 2020 eröffnete Dälken zudem einen neuen vierten Standort in Köln im digitalen Bürokomplex „The Ship“ und bezog zuletzt im Juni 2020 in Stuttgart neue Büroflächen im Stuttgarter Engineering Park (STEP).

Accoya-Holz Dälken Architektur + Generalplanung
Das repräsentative Foyer für Gäste und Mitarbeitende. Foto: Christa Henke