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Arbeitsgemeinschaft Rohholz: "Forderung nach Einschlagsstopp sendet falsches Signal"

Am 30.4.21 forderte der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Georg Schirmbeck, die Forstbetriebe auf, die Holzernte einzustellen, um höhere Preise durchzusetzen. Aus Sicht der AG Rohholz ist dies nicht das richtige Signal. Eine Reduzierung des Holzeinschlags könnte denüberhitzten Markt für Holz weiter verstören.

Holz
Foto: bmH bauen mit Holz

"Wie passen die Forderungen nach einem Einschlagsstopp und die derzeitige Holzknappheit zusammen? Dafür verantwortlich seil aut Schirmbeck die Diskrepanz zwischen dem Rohstoffpreis,der den Waldbesitzern gezahlt wird,und den enorm gestiegenen Preisen für verarbeitetes Holz.Die Waldbesitzer sollten sich deshalb gleichsam ein angemessenes „Stück vom Kuchen erstreiken.“

AusS icht der AG Rohholz ist das das falsche Signal, das dazu beitragen könnte, den Markt weiter zu verunsichern. „Georg Schirmbeck gibt eine sehr einfache Antwort auf ein sehr komplexes Problem“, kommentiert AGR Präsident Leonhard Nossol. Die Aussicht auf einen gedrosselten Holzeinschlag sei bestens geeignet, die Unsicherheit am Markt noch weiter zu vergrößern. Panikkäufe verknappten das Angebot und die erhoffte Entspannung rücke in weite Ferne.„Solche Aussagen helfen derzeit weder der Forst- noch der Holzwirtschaft“, so Nossol weiter.

Fakt ist: In vielen Teilen Deutschlands ist auch der Preis für das unverarbeitete Nadelholz dank der hohen Nachfrage zuletzt deutlich gestiegen. Die Besonderheit sind die großen regionalen Unterschiede: In den von großen Waldschäden betroffenen Gebieten ist nach wie vor mehr Holz vorhanden als lokal verarbeitet werden kann, während es in anderen Regionen bereits knapp ist. Da der Holztransport über größere Entfernungen vergleichsweise aufwändig und teuer ist, können die von Schäden besonders betroffenen Waldbesitzer nicht im gleichen Maße von der hohen Nachfrage profitieren wie ihre Kollegen in anderen Teilen des Landes.„Wir verstehen, dass angesichts der Preisrallye vieler Holzprodukte der Unmut bei den betroffenen Waldbesitzern groß ist. Hier braucht es nach wie vor staatliche Unterstützung. Wer kaum noch gesunden Wald hat, der profitiert auch nicht von steigenden Preisen und muss für die Aufforstung alle notwendigen Hilfen bekommen“, schließt Nossol.

Aus Sicht der AGR könnte eine angepasste Logistik helfen, die vorhandenen Holzmengen besser zu verteilen und Angebot und Nachfrage bei unverarbeitetem Nadelholz zusammenzuführen. „Hier kann die Politik mehr tun. Der überhitzte Markt schadet auf Dauer allen. Holz ist zwar insgesamt ein wertvoller Rohstoff, wenn Holzprodukte aber exorbitant teuer werden, setzen die Kunden möglicherweise auf günstigere,nicht nachhaltige Produkte oder Häuser aus Baustoffen, deren Herstellungdem Klima schadet“, so AGR Geschäftsführer Lukas Freise.

Über die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR)

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine effiziente und nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die stoffliche Verwendung von Holz zu verbessern. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht.