zurück

Auszubildende: Zeichen im Mittelstand stehen auf Rückgang

Im gerade beendeten Ausbildungsjahr 2018 ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum zweiten Mal in Folge leicht gestiegen – um 1,2 Prozent auf 521.900, wie das Statistische Bundesamt vermeldet. Doch bereits im neuen Ausbildungsjahr 2019 dürfte sich die Lage wieder ändern:

Zimmererklatsch 3
Die Ausbildungszahlen werden in Zukunft wieder sinken. Foto: bmh bauen mit holz

Im Mittelstand, der in Deutschland etwa 90 Prozent aller betrieblichen Auszubildenden beschäftigt, deutet sich ein Rückgang an, wie eine aktuelle Auswertung von KfW Research auf Basis des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels zeigt. Denn auch wenn die Mehrheit der mittelständischen Ausbildungsunternehmen (66 Prozent) schätzt, dass die Anzahl der eigenen Auszubildenden in 2019 konstant bleibt, so geht doch ein Fünftel (21 Prozent) von einem Rückgang aus. Mit einem Anstieg rechnen nur 13 Prozent.

Langfristier Trend: Sinkende Schülerzahlen und steigende Studierneigung  


„Der leichte Anstieg der Azubi-Zahlen in 2017 und 2018 ist nur ein vorübergehendes Phänomen, das vor allem durch den nun abebbenden Arbeitsmarktboom und die Integration von Flüchtlingen ins Ausbildungssystem getragen wurde“, sagt Dr. Arne Leifels, Ökonom bei KfW Research. „Schon für das gerade gestartete Ausbildungsjahr 2019 erwarte ich wieder einen leichten Rückgang der Neuverträge. Die duale Berufsausbildung kehrt dann wieder zu ihrem langfristigen Trend zurück, der durch sinkende Schülerzahlen und steigende Studierneigung klar negativ ist.“

KfW Research zeigt im Rahmen der Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels auch die Unterschiede bezüglich der Ausbildungsaktivität in den Bundesländern. Wie eine Durchschnittsbetrachtung der Jahre 2013–2017 ergibt, ist die Ausbildungsaktivität des Mittelstands in den westdeutschen Flächenländern strukturell hoch: In Niedersachsen (inkl. Bremen) bilden 20,5 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen aus, in Rheinland-Pfalz (inkl. Saarland) 18,5 Prozent. Auch in Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt liegt die Ausbilderquote mit 16 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Hessen (13,5 Prozent), Baden-Württemberg (13,0 Prozent) und Bayern (12,5 Prozent) liegen im Länderranking mit Mittelfeld. Die Schlussgruppe mit Quoten unter 11 Prozent bilden Sachsen, Thüringen, Berlin und Hamburg.

Redaktionell überarbeitet: Grundwissen moderner Holzbau

Grundwissen Moderner Holzbau

Das Grundlagenwerk für jeden Zimmerer!

Komplett durchgesehen, redaktionell überarbeitet und auf den aktuellen Stand von Normung und Technik.