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Baden-Württemberg: Umsatz steigt auf 101 Milliarden Euro

Die Umsatzentwicklung im baden-württembergischen Handwerk kennt schon seit dem Jahr 2010 nur eine Richtung: nach oben. Dennoch war im Jahr 2018 Luft für eine nochmalige Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Der Umsatz stieg erstmals auf 101 Milliarden Euro, ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 4,3 Prozent. Konjunkturlokomotive blieben die Bauhaupt- und Ausbauhandwerke.

Baukonjunktur

Das Bauhauptgewerbe war mit 87 Prozent stark ausgelastet. In allen Bausparten legten Aufträge und Umsätze zu. Allerdings stiegen auch Beschaffungs- und Lohnkosten, was Baupreise steigen ließ. Im zulassungspflichtigen Ausbaugewerbe lagen die Auslastungswerte sogar noch höher.

„Was schon die gute Stimmung unter den Betrieben vermuten ließ, hat sich nun in nüchternen Zahlen bestätigt. Erstmals hat das Südwesthandwerk die 100 Milliarden-Euro-Grenze geknackt. Unsere Betriebe sind damit das Rückgrat der mittelständischen Wirtschaft. Im Handwerk ist kein Abwärtstrend zu erkennen“, so Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold.

Nicht mehr ganz so euphorisch sieht die Lage bei der Beschäftigtenentwicklung aus, die hinter der Gesamtwirtschaft zurückblieb. Während die Zahl der Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe um zwei Prozent stieg, wuchs die Zahl der Mitarbeiter insgesamt nur um 0,6 Prozent. Somit waren 792.700 Personen im Handwerk tätig, immerhin 4.000 mehr als im Vorjahr. Reichhold: „Unsere Betriebe hätten viel mehr Personal einstellen können - wenn es denn genügend Fachkräfte auf dem Markt geben würde. Deshalb müssen wir noch mehr für eine berufliche Zukunft im Handwerk werben.“ Im Durchschnitt lagen zwischen geplanter und tatsächlicher Einstellung ungefähr fünfeinhalb Monate. Einige Stellen konnten gar nicht besetzt werden.

Die Betriebe gingen gut ausgelastet und mit vollen Auftragsbüchern ins Jahr 2019. Die Auftragseingänge waren im letzten Quartal 2018 stabil hoch. Insofern ist kurzfristig weiter mit einer guten wirtschaftlichen Lage im Jahr 2019 im Handwerk zu rechnen. Genau beobachtet werden muss das Kfz-Gewerbe. Hier ist fraglich, wie sich die Problematik rund um den Diesel weiter auswirkt. Unklar ist zurzeit auch, wie sich die abkühlende Industriekonjunktur auf die handwerklichen Zulieferer auswirkt. Trotz dieser Unsicherheiten ist das Handwerk zuversichtlich, dass ein Umsatzwachstum von 3,5 Prozent bei einem leichten Beschäftigtenzuwachs erreicht werden kann.