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Baubegleitendes Berichtswesen: Abrechnung

Ziel der Bauabrechnung ist die Ermittlung der erbrachten Bauleistung, um diese dem Auftraggeber auf der Grundlage der vereinbarten Vergütung in Rechnung zu stellen. Von Helmhard Neuenhage, Bundesbildungszentrum Kassel

Zimmermeister Kalender 17 Abrechnung
Keilförmig zugeschnittene Vollholzquerschnitte wie Aufschieblinge sind besser nach Stück auszuschreiben und abzurechnen als nach Raummaß. Die Länge der Strebe im Bild links wird einschließlich Versatz gemessen. (Quelle: Elmar Mette, Bundesbildungszentrum Kassel)

Bauvertragliche Grundlage für die Abrechnung von Zimmerer- und Holzbauarbeiten sind, soweit im Bauvertrag nichts Abweichendes vereinbart wird, die „Allgemeinen technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) der VOB, Teil C. Darin werden die für die Mengenermittlung zu berücksichtigen Berechnungsvorschriften und Abrechnungseinheiten für die verschiedenen Gewerke zusammengefasst.

Um Streitigkeiten bei Aufmaß und Abrechnung zu vermeiden, sollten die speziellen Abrechnungsregeln der VOB/C von Auftragnehmer und Auftraggeber grundsätzlich beachtet werden. Da diese Abrechnungsregeln die Besonderheiten der Baupraxis berücksichtigen, sollten sie auch beim BGB-Vertrag separat vereinbart werden.

Die gewählten Abrechnungseinheiten haben einen erheblichen Einfluss auf die Abrechnung der Zimmer- und Holzbauarbeiten. So wird bei der Abrechnung nach Raummaß [m3] der volle Querschnitt ohne Abzug von Aussparungen, Ausklinkungen, Abschrägungen und Querschnittsschwächungen zugrunde gelegt (vgl. ATV DIN 18334 Abs. 5.1.1.1). Bei keilförmigen Bauteilen, wie dem Aufschiebling in Abbildung 8, würde dies zu einer Abrechnungsmenge V = b · l · h führen. Aus dieser Menge kann man jedoch fast zwei Bauteile herstellen. Als Ausschreibungseinheit sollte daher Stück [Stck.] gewählt werden. Bei Brettschichtholzträgern wird dieses Problem noch deutlicher.

Brettschichtholzbinder mit veränderlichem Querschnitt sind als Stück auszuschreiben. Abmessungen, Form und Bauart sind in der Leistungsbeschreibung genau anzugeben. Werden sie dem entgegen nach Raummaß ausgeschrieben, gelten die Aufmaß- und Abrechnungsregeln für volle Querschnitte (V = b · l · h). Die Abrechnungsmassen wären dann deutlich höher als die Einbaumassen. Konflikte mit dem Bauherrn sind in einem solchen Fall häufig vorprogrammiert. Für einzelne Leistungen können unterschiedliche Abrechnungseinheiten eingesetzt werden. So kann beispielsweise der Holzschutz über Flächenmaß (m2), Raummaß (m3), Längenmaß (m) oder Anzahl (Stück) ausgeschrieben und abgerechnet werden. Bei den Verbindungsteilen ist eine Ausschreibung über Anzahl (Stück) oder Masse (kg) möglich, wobei bei Letzteren nur geschweißte Bauteile aus Stahl, Profilstahl und aus anderen Metallen erfasst werden. Statisch nachzuweisende und konstruktiv erforderliche Verbindungsmittel, wie Dübel, Bolzen, Anker oder Stahlblechformteile, sollten immer über Anzahl ausgeschrieben werden.

Weitere Artikel zu

  • Einfluss der VOB/C
  • Tabellen mit den Abrechnungseinheiten für Zimmerer- und Holzbauarbeiten nach ATV DIN 18334 Abschnitt 5
  • Zusammenfassung der Abrechnungsregeln für das Zimmerer- und Holzbaugewerbe

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