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BAUEN MIT HOLZ 10.2017: Moderne Abbundtechnik im Denkmalschutz

Mit der Sanierung einer alten Holzbrücke wurde in Greifswald ein Stück Stadtgeschichte erhalten. Die Klappbrücke, die einst von einem Schiffbaumeister erdacht und in Eichenholz gefertigt wurde, ist seit fast 130 Jahren im Betrieb. Nach der Ertüchtigung sind es im Wesentlichen präzise abgebundene Bongossihölzer, die dem technischen Meisterwerk die Zukunft sichern.

Holzklappbrücke Greifswald
Seit fast 130 Jahren tut die Wiecker Klappbrücke ihren Dienst. Die Konstruktion, die einst von Schiffzimmerern gebaut wurde, sollte nach der Sanierung auch die nächsten Jahrzehnte gut überstehen. Bild: Stefan Denise

Die beiden Stadtteile Eldena und Wieck der Hansestadt Greifswald im Nordosten des Landes Mecklenburg-Vorpommern sind seit 1887 durch eine hölzerne Klappbrücke verbunden. Diese „Wiecker Klappbrücke“ wird nach wie vor für den touristischen Schiffsverkehr geöffnet und ist für Anwohner mit dem PKW befahrbar.

Nach einer bewegten Geschichte mit zahlreichen Sanierungen und Instandsetzungen wurden im Jahr 2014 eine Generalsanierung aller beschädigten Holzbauteile und die Instandsetzung der Stahlbauteile beschlossen und ausgeschrieben. Den Zuschlag für die Ausführung erhielt der Holz- und Brückenspezialist Schmees & Lühn GmbH & Co. KG aus dem Emsland. Im Gegensatz zu früheren Instandsetzungen kam dabei nicht Eichenholz zum Einsatz, sondern FSC©-zertifiziertes Bongossiholz, das eine deutlich höhere Witterungsbeständigkeit aufweist.

Titel BAUEN MIT HOLZ 10.2017

Bewegte Geschichte

Im Dezember 1886 wurde der Greifswalder Schiffbaumeister und Reeder August Spruth beauftragt, eine von ihm nach holländischem Vorbild entworfene Klappbrücke über den Ryck im Greifswalder Ortsteil Wieck zu errichten. Im Februar 1887 begannen die Zimmerleute seiner Werft mit den Arbeiten an der Brücke. Bereits im Juli desselben Jahres konnte die Brücke eröffnet werden. Die Baukosten betrugen damals 33.850 RM. Zuletzt wurde die Brücke 1993 bis 1994 für 1,6 Million DM generalinstandgesetzt. Damals wie heute ist die Brücke 55,1 Meter lang und 7,7 Meter breit; die Schiffsdurchfahrtsbreite beträgt 10,7 Meter.

Autor: Tobias Tebbel

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in BAUEN MIT HOLZ 10.2017.