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BAUEN MIT HOLZ 3.2018: Trick 17 für Halle 10

Die neue Halle 10 mit dem Namen „Paul Horn Halle“ ist die erste Halle der Messe Stuttgart, bei der für die Dachkonstruktion Holz statt Stahl verwendet wurde. Optisch hat man sie an die Form der bestehenden Hallen angepasst. Sie ist jedoch erheblich breiter als ihre Vorgänger, was im Hinblick auf die begrenzte Fertigungslänge von BS-Holz-Trägern ein besonderes tragwerksplanerisches Konzept erforderte.

Messehalle BMH 3.2018
Visualisierung der neuen Halle 10 (Paul Horn Halle) mit aufgeständertem und zurückgenommenem Dach. Während an den höhenversetzten Übergängen der beiden Dächer großzügige Glasfassaden für eine natürliche Belichtung der Halle sorgen, sind die Fassaden überwiegend geschlossen gehalten. Bild: Wulf Architekten

Die Neue Messe Stuttgart direkt gegenüber dem Stuttgarter Flughafen, wurde 2007 in Betrieb genommen. Der Erfolg dieses Großprojekts übertraf bereits bald die erwartete Besucher- und Ausstellerfrequenz, sodass eine Vergrößerung der Ausstellungsflächen erforderlich wurde. Die Erweiterung der Messe um einen Neubau, die Halle 10, liegt mit einer Größe von etwa 14.500 m2 Ausstellungsfläche zwischen den Standardhallen mit 10.000 m2 und der Hochhalle im Osten mit 25.000 m2.

Die architektonische Komposition der Messe, die bereits im Wettbewerbsentwurf als Kammstruktur mit beidseitigen Erschließungen angelegt war, wird durch die Erweiterung zu Ende geführt: Der bislang fehlende „fünfte Finger“ wurde im Süden ergänzt und der Eingang in der zentralen Achse – analog zum Eingang Ost – aufgewertet. Die Messe wurde damit geometrisch komplettiert.

Titel BMH 3.2018

Der Entwurf der neuen Halle mit dem zurückversetzten, konkav geschwungenen Dachaufsatz ist vor allem architektonisch bedingt, aber zu guter Letzt auch tragwerksplanerisch von den Möglichkeiten des Holzbaus abgeleitet. Nach unterschiedlichen Entwürfen kamen die Architekten schließlich zu dem Ergebnis, der neuen Halle ein ähnliches Aussehen zu geben wie den bestehenden Hallen mit ihren geschwungenen Dächern.

Das Problem bei der Formfindung lag vor allem darin, dass der 165 m lange Hallenneubau statt der sonst 70 m Gebäudebreite eine Breite von rund 100 m haben sollte. Gleichzeitig standen dafür aber 30 Prozent weniger Budget zur Verfügung, was es nicht erlaubte, eine ähnliche Ausführung wie bei den bisherigen Hängedächern in Betracht zu ziehen. Außerdem wünschte die Bauherrin für ihre „Corporate Events“, bei denen die Hallen besonders geschmückt werden, eine „Konstruktion mit warmer Ausstrahlung“, woraus sich die Idee ergab, eine Holzkonstruktion zu realisieren.

Autorin: Susanne Jacob-Freitag

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in BAUEN MIT HOLZ 3.2018.