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BAUEN MIT HOLZ 4.2018: Quantität ist wichtig, Individualität muss auch sein

Mit der Sanierung ist es so eine Sache: Jede Aufgabe ist individuell, die Objekte sind überschaubar, eine große Menge an Wohnraum schafft sie nicht. Oder doch? Diese Ausgabe zeigt Möglichkeiten.

Langenbach Editorial
Markus Langenbach. Bild: Radach

Liebe Leserin, lieber Leser,

vor wenigen Wochen haben wir den Sanierungspreis 17 verliehen; er ging unter anderem an die Zimmerei Denz für die Sanierung eines historischen Glockenstuhls (mehr Infos zu all dem ab den Seiten 10, 36 und 42). Diese Arbeit sowie viele weitere der sonstigen Einreichungen sind Objekte, von denen ich sagen würde: So etwas macht ein Zimmerer nur ein-/zweimal in seinem Berufsleben. Ist die Sanierung also ein eng begrenztes Betätigungsfeld für Spezialisten – die davon im besten Fall gut leben können, deren Tätigkeit aber keinen Einfluss auf die drängenden Bauprobleme wie Energieeinsparung und Schaffung von Wohnraum hat?

Ja und nein. Einerseits ist und bleibt die Sanierung sicher ein hochindividuelles Betätigungsfeld, wo man nicht mal eben „ein paar tausend Quadratmeter“ wegarbeitet. Andererseits steckt in ihr sehr viel Potenzial, um aktuelle Bauaufgaben zu lösen. Ich denke da hauptsächlich an die vielen Tausend drei- bis vierstöckigen Mehrfamilienhäuser aus der Aufbauzeit der 1950er Jahre (und später). Die Dachflächen dieser Gebäude bilden eine riesige Sanierungsfläche, die es zu bearbeiten gilt. Wie dies aussehen kann, zeigt unser Beitrag ab Seite 20, der beschreibt, wie eine Wohnungsgenossenschaft in Dresden vier Siedlungshäuser um je zwei Stockwerke aufstockte. Wie solche Großmaßnahmen sinnvoll zu planen und projektieren sind, erläutert Architekt Frank Lattke ab Seite 26.

Gestatten Sie mir zum Schluss noch eine Bemerkung in eigener Sache: Nach elf spannenden, interessanten, emotionalen und sehr sympathischen Jahren in der Holzbaubranche werde ich diesen Content-Bereich innerhalb der Rudolf Müller Mediengruppe demnächst verlassen. Im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen innerhalb der Gruppe trage ich seit April die Verantwortung für den Content-Bereich des Geschäftsfelds „Bau-Ausbau“. In diesem Geschäftsfeld bietet die Mediengruppe mehrere Fachzeitschriften, zahlreiche Fachbücher, Veranstaltungen und vieles mehr für Gewerke wie Fliesenleger, Bautenschützer, Trockenbauer etc. an.

In einer Übergangszeit stehe ich weiter für alle Fragen rund um den Bruderverlag und seine Produkte zur Verfügung. Auch betreue ich zukünftig ausgewählte Projekte im Bruderverlag. In der neuen Rolle werde ich daher mit Sicherheit einige von Ihnen wiedersehen; nur eben nicht mehr mit der täglichen Verbindung zum Holzbau.

Ich danke allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren und bitte Sie, das mir entgegengebrachte Vertrauen auch dem Team des Bruderverlags weiter entgegenzubringen.

Eine nützliche Lektüre wünscht,

Markus Langebach