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Forschungs- und Schulungszentrum: Baukunst im Gewerbegebiet

Das mittelständische Unternehmen Jowat SE ist weltweit einer der führenden Klebstoffhersteller. Direkt an der B239 und am Ortseingang der westfälischen Hochschulstadt Detmold gelegen, suchte die Firma für ihre Erweiterung erstmalig nach einem Neubauentwurf, der neben den funktionalen Anforderungen eine Firmenphilosophie widerspiegelt und das Unternehmen nach außen repräsentiert.

Forschungs- und Schulungszentrum: Baukunst im Gewerbegebiet
Foto: Stefan Josef Müller


Die Wahl für ein Holzgebäude und die Beauftragung des Instituts für urbanen Holzbau war neben den ökologischen Aspekten auch der eigenen Produktion zu verdanken: die Leimbinder und Brettschichtholzprodukte werden mit Klebstoffen verbunden, die im eigenen Werk hergestellt werden. Eine besondere Herausforderung war der anspruchsvolle Nutzungsmix und unterschiedlichste technische Anforderungen mit der Holzbaukonstruktion in Einklang zu bringen.

Das Gebäude umspannt ein Vorhang aus Holzstaketen, die das auskragende Dach mit dem Sockel verbinden. Die dahinter liegende Pfosten- Riegelfassade ermöglicht Einblicke in ein offenes Haus: Das Innovations- und Anwendungszentrum der Jowat SE bietet Einblicke in die Forschung, Entwicklung und Verarbeitung von Klebstoffen. Büros, Ausstellungsräume, Werkstätten mit Innovationslaboren sowie Schulungs- und Versammlungsräume verbindet der Holzbau mit Besuchergalerie, Bistro sowie offene Arbeitsräume.

Flexibler Grundriss und kleiner ökologischer Fußabdruck

Forschungs- und Schulungszentrum: Baukunst im Gewerbegebiet
Foto: Stefan Josef Müller

Nachwachsende Rohstoffe, leicht rückbaubare Bauteile sowie ein nachhaltiges Energiekonzept mit autarker Energieversorgung minimieren den ökologischen Fußabdruck. Die weitgespannte Konstruktion aus Brettschichtholz-Stützen und -Trägern, Sparren und Holzverbund-Decken erlaubt eine flexible Grundrissgestaltung.

Das kooperative Planungs- und Bauausführungsverfahren mit den Architekten und die kontinuierliche Kosten- und Zielkontrolle ermöglichten einen reibungslosen Ablauf des Projektes. Dies beinhaltete die strukturierte Vorplanung und termingerechte Abstimmung vor Baubeginn ebenso wie wöchentliche Besprechungen und tägliche Kurzabstimmungen. Leitdetails wurden gemeinsam abgestimmt, Änderungen gemeinsam beschlossen und herausfordernde Punkte – wie. die Kopf- und Fußpunkte der Staketen – durch die Handwerker optimiert gelöst.

Forschungs- und Schulungszentrum: Baukunst im Gewerbegebiet
Foto: Stefan Josef Müller
Bautafel: Neubau eines Forschungs- und Schulungszentrum, Detmold

Bauherr
Jowat SE

Generalunternehmer
Ed. Züblin AG

BGF
ca. 5.000 m²

Fertigstellung
2018

Architekt
IfuH mit CKRS (Lph 5) und roedig . schop architekten (Lph 2-4)

Mitarbeit
Robert Marte, Marin Balabanov, Matthias Weyrauch, Radu Slach, Nadina Dienel