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Bauprodukte für den Holzbau: Plattenwerkstoffe, europäisch technisch zugelassen

Plattenwerkstoffe für tragende Zwecke, die von Normen wesentlich abweichen oder für die es technische Regeln nicht gibt, bedürfen einer europäisch technischen Zulassung.

OSB Platte

Wenn nicht genormte oder allgemein bauaufsichtlich zugelassene Plattenwerkstoffe eine tragende oder aussteifende Funktion übernehmen, muss für diese Holzwerkstoffe eine Zustimmung im Einzelfall für ihre Verwendung erteilt werden. Die im ZIMMERMEISTER KALENDER mit Herstelleradresse, Verwendungszweck und Standardabmessungen vorgestellten Plattenwerkstoffe stellen eine Auswahl dieser europäisch technisch zugelassenen Plattenwerkstoffe dar. Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen sind bis zu ihrem Ablauf noch gültig.

Die gemachten Angaben beruhen auf Firmenangaben, die zum Redaktionsschluss vorlagen. Die Angaben der Standardmaße werden von den meisten Firmen durch Sondermaße oder Sonderanfertigungen ergänzt.

Leimholz, Mehrschichtplatten, Brettsperrholz, Furnierschichtholz

Dem Brettschichtholz ähnliches Leimholz, welches von der Norm abweicht, benötigt als tragendes Material eine europäisch technische Zulassung.


Mehrschichtige Massivholzplatten (Brettsperrholz) benötigen eine europäisch technische Zulassung mit Angaben zum Plattenaufbau, Schichtdicken und charakteristischen Kennwerten.


Furnierschichtholz und Furnierstreifenholz benötigen eine europäisch technische Zulassung mit Angaben zum Plattenaufbau, Furnierdicken bzw. Streifenabmessungen und charakteristischen Kennwerten.

Um sich detailliert über  Leimholz, Mehrschichtplatten, Brettsperrholz oder Furnierschichtholz zu informieren nutzen Sie den Online-Zugangscode des ZIMMERMEISTER KALENDERS (Code auf Seite 1 des Kalenders).

Spanplatten, mineralisch gebunden

Kunstharzgebundene Spanplatten müssen die Anforderungen nach DIN EN 312-4 bis -7 und DIN EN 13986 (Holzwerkstoffe) erfüllen, wenn sie für tragende Zwecke verwendet werden.

Angaben der Firmen zu mineralisch gebunde Spanplatten im ZIMMERMEISTER KALENDER.

Faserplatten, kunstharzgebunden


Faserplatten nach DIN EN 622 (harte Platten: DIN EN 622-2, mittelharte Platten: DIN EN 622-3; poröse Platten: DIN EN 622-4, MDF-Platten: DIN EN 622-5) und DIN EN 13986 (Holzwerkstoffe) werden mit synthetischen Bindemitteln hergestellt, DIN EN 13171 und DIN EN 14964 Faserplatten, die von den o. g. Normen abweichen, benötigen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung.

Angaben der Firmen zu kunstharzgebunden Faserplatten im ZIMMERMEISTER KALENDER.

Faserplatten, mineralisch gebunden


Die Zulassungsbedürftigkeit ergibt sich für die mineralisch gebundenen Faserplatten, weil für diese Bauprodukte keine allumfassenden technischen Regeln existieren.

Angaben der Firmen zu mineralisch gebunden Faserplatten im ZIMMERMEISTER KALENDER.

OSB-Platten

Die OSB-Platten (Oriented Strand Boards) sind genormt in DIN EN 300. Weil in DIN EN 300 keine zulässigen Beanspruchungen bzw. charakteristischen Werte angegeben sind, wurden OSB/3 und OSB/4 über die Bauregellisten zu geregelten Bauprodukten erklärt. Die bauaufsichtlich zugelassenen OSB-Platten weichen von den Regelungen nach Bauregelliste entsprechend DIN EN 300 ab.

Angaben der Firmen zu OSB-Platten im ZIMMERMEISTER KALENDER.

Gipsfaserplatten, europäisch technisch zugelassen

Gipsfaserplatten unterliegen der DIN EN 15283- 2, in der wesentliche technische Eigenschaften geregelt sind. Sie unterliegen im nicht weiterverarbeiteten Zustand der CE- Kennzeichnungspflicht. In den Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (ABZ) oder europäisch technischen Zulassungen/Bewertungen (ETA) sind unter anderem die Eigenschaften hinsichtlich des Brandverhaltens, üblicherweise sind Gipsfaserplatten gem. DIN EN 13501-1 nichtbrennbar, sowie ergänzende oder weitergehende mechanische Kenndaten für die Verwendung in Gebäuden geregelt.

Angaben der Firmen zu europäisch technisch zugelassen Gipsfaserplatten im ZIMMERMEISTER KALENDER.

Wand- und Deckenbauarten, europäisch technisch zugelassen

Im Gegensatz zu den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen, in denen die Plattenwerkstoffe zwar meistens als Beplankungsmaterial für Holztafeln vorgesehen, aber dennoch mit ihren Eigenschaften und unter Angabe von zulässigen Biege-, Zug-, Druckspannungen sowie E-Modulen usw. definiert sind, werden im ZIMMERMEISTER KALENDER bauaufsichtlich zugelassene Bauarten angegeben, bei denen die Verwendung normgemäßer oder spezieller Gipsbauplatten nur zur Ausbildung von Wandtafeln gestattet wird. Vorgefertigte, geschlossene Elemente müssen in jedem Fall sowohl eigen- als auch fremdüberwacht und mit einem Übereinstimmungsnachweis ausgestattet sein. Lediglich bei offen gelieferten bzw. auf der Baustelle produzierten Elementen entfällt diese Verpflichtung.

Weiter sind Sonderkonstruktionen wie z. B. Sandwichelemente genannt, die keine Bauarten im Sinne der Definition von § 2 Abs.10 der Musterbauordnung sind („Bauart ist das Zusammenfügen von Bauprodukten zu baulichen Anlagen oder Teilen von baulichen Anlagen“), sondern Bauprodukte; demzufolge ist auch in der Zulassung verfügt, dass ein Übereinstimmungsnachweis (werkseigene Produktionskontrolle plus Fremdüberwachung) zu erfolgen hat.

Angaben der Firmen zu europäisch technisch zugelassen Wand- und Deckenbauarten im ZIMMERMEISTER KALENDER.