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Berlin Flughafen TXL: Schumacher Quartier in Holzbau

Berlin wächst und braucht bezahlbare Wohnungen. Nach der Schließung des Flughafens Tegel entsteht deshalb auf dem Areal ein neues, smartes Wohnviertel: Das Schumacher Quartier schließt die historische Lücke im westlichen Bereich des Kurt-Schumacher-Platzes.

Quartiersplatz Schumacher Quartier_Copyright Tegel Projekt-rendertaxi

Das Schumacher Quartier wird über 5.000 Wohnungen für mehr als 10.000 Menschen bieten – mitsamt den dazugehörigen Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Sportanlagen, Einkaufsmöglichkeiten und viel Grün. Für die benachbarten Quartiere Cité Pasteur und TXL Nord sind weitere 4.000 Wohnungen geplant.

Als nachhaltiges und sozial gemischtes Areal wird das Schumacher Quartier einen wichtigen Beitrag zur Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsstrategie der deutschen Hauptstadt leisten. In einer Charta haben sich alle beteiligten Partner auf sieben Leitlinien für die Entwicklung des Schumacher Quartiers geeinigt:

  • I. Urbane Lebensräume
  • II. Wohnen für Alle
  • . Stadtgrün und öffentlicher Raum
  • IV. Offene Bildungslandschaft
  • V. Klimagerechte und wassersensible Stadtentwicklung
  • VI. Quartier mit umweltfreundlicher Mobilitätsgarantie
  • VII. Kommunikation, Partizipation und Transparenz

Innovationspark in direkter Nachbarschaft

In direkter Nachbarschaft zum Schumacher Quartier ensteht auf einer Fläche von 211 ha ein Innovationspark für urbane Technologien: Berlin TXL – The Urban Tech Republic. Und die grünen Zukunftstechnologien, die in der Urban Tech Republic entwickelt und produziert werden, kommen in direkter Nachbarschaft im Schumacher Quartier zur Anwendung.
Insgesamt umfasst das Gesamtgebiet Berlin TXL (Wohnquartiere, Innovationspark und Landschaftspark) eine Fläche von 5 km2 – das entspricht etwa fünf Prozent des Stadtgebietes von Paris.

Projektgebiet Berlin TXL – Schumacher Quartier

  • 48 ha Projektfläche (davon 29 ha im Bereich des ehemaligen Flughafengeländes)
  • Über 5.000 Wohneinheiten für mehr als 10.000 Einwohner
  • Geschossflächenzahl (GFZ): 2,5 mit einzelnen Hochpunkten
  • Lage: zwischen Kurt-Schumacher-Platz (im Osten), Flughafentunnel (Westen), Sternstraßensiedlung (Norden), Kurt-Schumacher-Damm (Süden) • Benachbarte Quartiere: Cité Pasteur 18 ha, TXL Nord 29 ha mit insgesamt 4.000 WE


Nutzungskonzept

  • Die neue Berliner Mischung bietet Flächen für Wohnen, Einzelhandel, Dienstleistung und nicht störendes Gewerbe
  • Es entstehen über 5.000 Wohneinheiten unterschiedlicher Typologien
  • 50 Prozent Geschosswohnungsbau (vorwiegend Mietwohnungen) durch landeseigene Wohnungsbaugesellschaften – voraussichtlich degewo, GESOBAU, Gewobag
  • 40 Prozent unterschiedliche Wohnformen, errichtet durch Genossenschaften und private Baugruppen
  • Prozent Wohnen
  • Außerdem wird es auf einem Bildungscampus zwei Schulen sowie Sport- und Jugendeinrichtungen geben
  • Das Angebot wird ergänzt durch sieben Kindertagesstätten

Berlin Flughafen TXL: Schumacher Quartier in Holzbau
Visualisierung SQ Quartiersstrasse. Foto: TegelProjekt-rendertaxi


Das Schumacher Quartier als Smart City

  • Modellprojekt: Das Schumacher Quartier ist das Berliner Referenzprojekt für die klimaangepasste und wassersensible Stadtentwicklung
  • Mobilitätskonzept: Das Schmuacher Quartier wird ein autofreies Quartier mit eigenen Radwegen und Radschnellwegen. Quartiersgaragen an den Rändern dienen als Mobility Hubs mit Angeboten für ÖPNV, Bike- und Carsharing und E-Mobilität. Außerdem wird das Quartier an das übergeordnete Radwege- und ÖPNV-Netz angebunden.
  • Energiekonzept: Ein in dieser Größe weltweit einzigartiges LowExergy-Netz versorgt Berlin TXL nachhaltig mit Wärme und Kälte – es entsteht ein digitalisierter Marktplatz für thermische Energie mit Prosumenten, die sowohl Energie verbrauchen als auch erzeugen
  • Nachhaltiges Bauen: Angestrebt wird die Zertifizierung nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) • Biodiversität als Planungsprinzip: Animal Aided Design macht Berlin TXL zum Lebens- und Rückzugsraum für eine Vielzahl von Tierarten

Berlin Flughafen TXL: Schumacher Quartier in Holzbau
Visualisierung SQ Innenansicht: kleiner Quartiersplatz. Foto: TegelProjekt-rendertaxi


Freiraumkonzept

  • Im Schumacher Quartier und in unmittelbarer Umgebung entstehen rund 30 Hektar öffentliche Grünflächen, Spiel- und Stadtplätze, zum Beispiel im Quartierspark für die Bewohnerinnen und Bewohner
  • Insgesamt über 200 ha Landschaftsraum westlich des Schumacher Quartiers gehen in die bestehende Naherholungslandschaft jenseits des ehemaligen Flughafengeländes über und bieten Raum für Sport, Spiel und Naturerlebnis für alle Berlinerinnen und Berliner
  • Ein Landschaftspark bildet den Übergang zwischen der Urban Tech Republic und dem östlich angrenzenden Schumacher Quartier

Partizipativer Planungsprozess

  • 2008: Startschuss für die öffentliche Diskussion über die Zukunft des Flughafenareals in Tegels
  • 2009 bis 2012: Die Idee für den Innovationspark entsteht in einem Werkstattverfahren – in sechs international besetzten Teams aus Architekten, Stadt- und Landschaftsplanern werden Vorschläge erarbeitet, die mit Experten, Verwaltung und Interessenvertretern der Berliner Öffentlichkeit weiterentwickelt werden
  • 9. Juni 2011: Berliner Abgeordnetenhaus stimmt den Zielen des Flächennutzungsplans und Landschaftsprogramms zu
  • 2013: Der Masterplan wird vom Senat des Landes Berlin verbindlich beschlossen
  • Ab 2016: Der zunehmende Bedarf an Wohnraum in Berlin ist Anlass für die zusätzliche Entwicklung des Schumacher Quartiers
  • 2017: In vier SQ_Labs wird der städtebauliche Entwurf mit Experten auf Landes- und Bezirksebene zu einem Rahmenplan weiterentwickelt, der die Grundlage für die weitere Planung des Wohnquartiers ist
  • 2016/17: Mit breiter Bürgerbeteiligung wird ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet, mit dem mehr als 80 Maßnahmen auf den Weg gebracht werden, die das Schumacher Quartier mit bestehenden Stadträumen verknüpfen und soziale und grüne Infrastruktur ergänzen
  • 2018: Die Bebauungspläne für Teile der Urban Tech Republic und für das Schumacher Quartier gehen im November in die öffentliche Auslegung
  • 2019: Der landschaftsplanerische Wettbewerb für den Quartiers- und Landschaftspark wird entschieden
  • Die interessierte Öffentlichkeit kann sich seit Beginn der Planungen auf öffentlichen Standortkonferenzen konstruktiv einbringen

Timeline Realisierung

  • Baubeginn für die öffentliche Erschließung voraussichtlich 2021, nach Übernahme des Geländes
  • Realisierung der sozialen Infrastruktur: sukzessive bis 2030 (Schulen und Kitas bereits im ersten Bauabschnitt)
  • Das Quartier wird in mehreren Bauabschnitten bis Mitte der 2030er Jahre fertiggestellt


Statement Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt GmbH
 Holzbau im Schumacher Quartier


5. November 2019
 
Der Holzbau ist eines der wichtigsten Werkzeuge, mit denen wir das Schumacher Quartier zum ökologisch-sozialen Modellquartier machen wollen. 

Die Holzbauweise kann uns bei dem Ziel unterstützen, ein weitgehend klimaneutrales Stadtquartier zu errichten. Zu diesem Zielhorizont gehört auch das bereits in der Entwicklung befindliche offenen Niedrig-Energie-Netz für die Urban Tech Republic und das Schumacher Quartier – das LowEx-Netz - und ebenso der umfassenden Einsatz der Photovoltaik in den Gebäudehüllen wie auch der intelligente Umgang mit Wasser – Stichwort „Schwammstadt“.

Daneben haben wir aber auch die sogenannte „Graue Energie“ im Blick, d.h., bereits beim Bau der neuen Gebäude soll darauf geachtet werden, dass die Baustoffe und Bauprozesse möglichst CO2 -arm sind. Und hier spielt die Verwendung von Holz als Baustoff in seinen verschiedenen Facetten und Systemen eine herausragende Rolle. Daneben werden wir auch Einsatz anderer Mittel, wie z.B. Recycling-Baustoffe untersuchen, um möglichst CO2-arm bauen zu können. 

Diese Fokussierung des Neubaus im Schumacher Quartier birgt einige Herausforderungen in sich. Die Baukosten dürfen nicht außer acht gelassen werden, denn das Schumacher Quartier soll Wohnraum für alle schaffen. Wir haben hier aber die Chance, durch die möglichen Skaleneffekte, also die Holzbauweise bei einer Vielzahl von Gebäuden, vielleicht eines ganzen Quartiers, anstelle der Errichtung einzelner Gebäude die Baukosten deutlich zu reduzieren. 

Dafür stehen wir auch vor der Herausforderung, die notwendigen Kapazitäten im Holzbau in Berlin drastisch und schnell zu erhöhen, sowohl auf der Seite der Bauindustrie und des Bauhandwerks wie auch auf der Planungsebene (Hochschulen etc.). Wir sind derzeit im Gespräch mit Architekten und Ingenieuren, Verbänden und Hochschulen, um die Möglichkeiten auszuloten und Aufgabenstellungen zu klären. Wir sind optimistisch, dass die Potentiale von Urban Tech Republic (Wissenschaft und Forschung/Industrieflächen) und Schumacher Quartier (Modellprojekt im Wohnungsbau) genau für diese Herausforderungen genutzt werden können und so den Holzbau im mehrgeschossigen Bauen zum Durchbruch in Deutschland verhelfen könnten.