zurück

Holzbau-Zentrum: Berlin fördert den urbanen Holzbau

Einstimmig sprachen sich die Abgeordneten des Berliner Landesparlaments am 21. März 2019 für die Förderung des urbanen Holzbaus aus. Nach Baden-Württemberg beschloss nun auch das Land Berlin mit dem Antrag "Nachhaltigkeit auf den Bau: Berlin baut mit Holz“, daher künftig auf Holzbauten setzen zu wollen.

Balkon
Ein Holzbaucluster soll die Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette langfristig entwickeln und bündeln. Foto: bmH bauen mit Holz

Im Rahmen des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK) soll der Baustoff Holz fortan in deutlich stärkerem Umfang eingesetzt werden und als Kohlenstoffdioxidspeicher einen Beitrag zu Klimaschutz und Ressourceneffizienz leisten. Als größter Bauherr des Stadtstaates soll der Berliner Senat künftig vorangehen und bei Landesbauten wie Schulen, Kindergärten und Wohngebäuden verstärkt Holz einsetzen. Förderprogramme wie in Baden-Württemberg, Hamburg und München sollen zudem Anreize für private Bauherren schaffen. Um Know-how vor Ort zu konzentrieren, fordern die Abgeordneten mehr Unterstützung für Forstwirtschaft, Handwerk, Industrie und Wissenschaft im Raum Berlin-Brandenburg. Der Beschluss sei auch ein Aufruf an holzverarbeitende Unternehmen, zusätzliche Standorte und Produktionskapazitäten in der Region aufzubauen. Ein Holzbaucluster soll die Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette langfristig entwickeln und bündeln.

Lars Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH)
begrüßt das Signal aus der Hauptstadt ausdrücklich: "Klimaschutz und Wohnraumbeschaffung sind die zentralen Zukunftsaufgaben in unserem Land. Das Bauen mit Holz kann der Schlüssel für beide sein." In Deutschland fehlen derzeit eine Million Wohnungen. "Holz bietet hervorragende technische, ressourceneffiziente und klimaschonende Lösungen sowohl im Bestand als auch im Neubau. Mit Holz kann schnell hochwertiger Wohnraum geschaffen werden", erklärt Schmidt. Davon zeugten in Berlin bereits realisierte mehrgeschossige Holzgebäude.

Holzwirtschaft bereits in der Hauptstadt aktiv

"Die Initiativen in Berlin und Baden-Württemberg zeigen den richtigen Weg auf", findet Schmidt. Ohne die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz sind die Klimaziele des Bundes und der Länder nicht zu erreichen. Durch den Einsatz von Holz könnten die CO2-Emissionen allein im Bauwesen um jährlich 31 Millionen Tonnen gesenkt werden. "Das Bauen mit Holz bedeutet aktiver Klimaschutz, den jeder Bauherr betreiben kann. Gerne unterstützen wir die Berliner Politik weiterhin bei der Verbreitung dieser Botschaft und der Entwicklung eines Clusters", so Schmidt.

Der DeSH hofft nach den Vorstößen in den Ländern auf Impulswirkung: Nach wie vor hemmen unzeitgemäße bauordnungs- und bauplanungsrechtliche Vorgaben den Holzbau in einigen Regionen. Durch moderne Brandschutzkonzepte ist der Bau und Betrieb von Holzgebäuden aber unproblematisch. Die Berliner Bauordnung wurde im Frühjahr 2018 entsprechend angepasst. Der Verband erachtet es nun als notwendig, den Einsatz nachwachsender Rohstoffe bei staatlichen Bauvorhaben bundesweit im geplanten Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu verankern. "Angesichts des alarmierenden Weltklimaberichts 2018 sind nun der Bund und manche Länder gefragt, die notwendigen Veränderungen im Gebäudebereich konsequent anzugehen", appeliert Schmidt abschließend