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bmH bauen mit Holz 10.2018: Denkmalpflege auf neuen Holzbauwegen

In Dresden offenbart die Restauration eines historischen Kutscherhauses, wie der Holzbau alte Gebäudehüllen zu nutzen vermag und dabei zeitgemäße Raumkonzeptionen ermöglicht. Buchen-Furnierschichtholz spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Titelstory bmH 10.2018 Kutscherhaus
Die Buchen-Funierschichtholzelemente wurden für dieses Restaurationsprojekt eigens als großflächige Platten hergestellt und verbaut. Bild: GPAC

Das aus dem Jahr 1873 stammende vormalige Kutscherhaus der im Krieg zerstörten Villa des Rittergutsbesitzers Max Gottlieb Nordmann in der Bautzner Straße in Dresden stand seit bald 20 Jahren leer, es drohte gar der Verfall. Einzig die Gebäudehülle aus 50 cm dicken Sandsteinblöcken, punktuell ergänzt mit angestrichenen Ziegeln, war noch einigermaßen intakt, wohingegen das Dach nach einem Brandschaden kurz vor dem Abriss stand. Die Dresdner Denkmalbehörde mochte das einzigartige Höckerbauwerk aus dem 19. Jahrhundert zwar erhalten, zeigte sich jedoch gleichzeitig offen für die Idee eines Haus-in-Haus-Konzepts. Denn eine übliche Restauration des Kutscherhauses wäre viel zu aufwendig, kosten- und zeitintensiv gewesen, zumal der drohende Historismus die Nutzungsoptionen stark limitiert hätte. Vielmehr galt es den umbauten Raum einer vielfältigen und zeitgemäßen Nutzung zuzuführen und dabei das Vorhandene mit etwas Neuem zu verknüpfen. Im Zuge umfänglicher Vorabrecherchen stellte sich heraus, dass Buchen-Furnierschichtholz mit seinen Qualitäten den Anforderungen des Architekten hinsichtlich Statik und Konstruktion, Haptik, Optik und Ästhetik wie auch Materialeffizienz nahezu ideal entsprach. Zudem wollte Gerd Priebe, Architekt und Sachverständiger für nachhaltiges Bauen, die Narben der Zeit am alten Kutscherhaus nicht kaschieren und zugleich die Vitalität des heute wieder modernen Werkstoffs Holz aufgreifen und neu interpretieren.

Titel bmH 10.2018

Der Präzisionsabbund kam von einer Tischlerei

Zuerst wurde das alte Kutscherhaus trockengelegt, vollständig entkernt und grundsaniert. In den freien Raum platzierte man ein eigenes, von der Außenhaut völlig losgelöstes Holzgebäude aus insgesamt 50 m³ Buchen-Furnierschichtholz mit einer Fläche von 1.375 m².

Die innere Gliederung erfolgt über drei Teile, die von einschaligen Holzbaukörpern getragen werden, die auf insgesamt sieben Ebenen eine Nutzfläche von 170 m² bereithalten. Die alte mineralische Gebäudehülle fungiert dabei als äußerer Wind- & Wetterschutzriegel, während das Holz die Innenräume prägt und die ganzheitliche Perspektive der etwas anders gearteten Denkmalpflege trägt.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in bmH bauen mit Holz 10.2018.

Autor: Marc Wilhelm Lennartz