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bmH bauen mit Holz 11.2018: Wir sind auf einem guten Weg

Liebe Leserinnen und Leser, neulich beim Smalltalk fragte mich ein Kollege, wie lange meine Ausbildung zum Zimmerergesellen denn nun schon her sei. Ich antwortete: „Vor genau 30 Jahren habe ich damit angefangen!“ und im daran anschließenden Gespräch über meine Zimmerer- und Schalungsbauerfahrungen wurde mir klar, welch gigantischen Entwicklungssprung der Holzbau in diesen 30 Jahren hingelegt hat.

Ulrich Wolf
Ulrich Wolf. Bild: Balsereit

Holzhäuser hatten damals noch einen eher zweifelhaften Ruf, das „Abbundprogramm“ auf dem Rechner eines Meisters in der überbetrieblichen Ausbildung wurde misstrauisch beäugt und ein Kollege, der im Planungsbüro eines Schalungsbauunternehmens als einziger mit CAD umgehen konnte, wurde regelrecht gemobbt.

Was damals noch Kopfschütteln auslöste, gehört heute zu den holzbaulichen Selbstverständlichkeiten. Dass die deutschen Unternehmen und das deutsche Handwerk sehr gut aufgestellt sind, zeigte sich in den letzten Wochen an zwei Ereignissen: Beim 11. Europäischen Kongress „Forum Holzbau Urban“ im Kölner Gürzenich zeigten die teilnehmenden Hersteller, was alles mit Holz realisierbar ist und wie wichtig der Rohstoff Holz auch für übergeordnete Ziele wie dem Klimaschutz ist. Die Holzbauweise wird sich trotz des aktuell heftigen Gegenwinds aus der Massivbauecke durchsetzen, weil es schlicht keine vernünftige Alternative gibt.

Dass die Handwerksbetriebe und -verbände ihren Teil zum Erfolg des Holzbaus beitragen, zeigte der deutsche Zimmerernachwuchs bei den diesjährigen „Timber Construction European Championships“ Ende Oktober in Luxemburg. Zum vierten Male konnten sich Deutschlands beste Gesellen gegen neun bärenstarke Teams aus ganz Europa den Titel sichern – wer wie ich die Aufgabenstellung gesehen hat, kann vor allen Teilnehmern ob der gezeigten Leistungen nur den Hut ziehen. Unsere Nachwuchsarbeit stimmt und zeitigt sichtbare Erfolge, nicht zuletzt auch dank des Einsatzes von Holzbau Deutschland und der zahlreichen Sponsoren der Zimmerer-Nationalmannschaft.

Auch wenn in der allgemeinen politischen Debatte in letzter Zeit häufig zu hören war, dass es in der Politik ein „Weiter so!“ nicht geben dürfe, kann ich für den Holzbau nur sagen: Doch, ein „Weiter so!“ darf und muss es geben.

Ulrich Wolf