zurück

bmH bauen mit Holz 1.2019: Die Zukunft des Handwerks wird weiblicher

Liebe Leserinnen und Leser, der Holzbau steht innerhalb der Baubranche bekanntlich für ein sehr hohes Maß an maschineller und digitalisierter Vorfertigung. Das sichert ihm einen stetig steigenden Marktanteil, gerade im urbanen Raum, in dem es unter anderem auch um möglichst kurze Montage- und Bauzeiten geht.

Ulrich Wolf
Ulrich Wolf. Bild: Balsereit

Dass immer weniger Muskelkraft nötig ist, um einen Dachstuhl oder ein Holzrahmenelement zu fertigen, kommt aber auch vor allem einer Gruppe zugute, die im Zimmererhandwerk immer präsenter und wichtiger wird – den Frauen. Der Anteil der weiblichen Azubis hat sich von 2013 bis 2017 von 1,1 auf 2,3 Prozent mehr als verdoppelt, Tendenz weiter steigend. Neben der Tatsache, dass die Arbeit auf dem Bau körperlich nicht mehr ganz so anstrengend ist, spielen weitere Gründe für diese Trend eine Rolle: Die Vorbehalte der männlichen Betriebsinhaber gegenüber Frauen im Handwerk schrumpfen von Generation zu Generation. Gleichzeitig wachsen die guten Erfahrungen, zum Beispiel weil gemischte Teams besser und respektvoller miteinander umgehen und bessere Arbeit liefern. Aber auch ein ganz pragmatischer Ansatz hat enorme Bedeutung: Bei der aktuellen Knappheit an ausbildungswilligen und vor allem ausbildungsfähigen Bewerbern kann es sich kein Zimmermeister mehr leisten, 50 Prozent der Schulabgänger nur aufgrund des Geschlechts von vornherein auszuschließen.

Wir von der Rudolf Müller Mediengruppe verschreiben uns schon seit einigen Jahren der Förderung und Stärkung von Frauen-Netzwerken im männerdominierten Zimmererhandwerk.

Vom 9. bis 11. Mai wird zum zweiten Mal der FrauenZimmer-Kongress in Berlin stattfinden, auf dem erstklassige Referentinnen zu hochwertigen Fachthemen sprechen werden. Das Anliegen des sechsköpfigen FrauenZimmer-Teams ist es, durch einen aktiven Austausch und Netzwerken die Frauen in ihrem Job weiter voranzubringen. Auch auf der BAU in München sind meine Kolleginnen aktiv: Auf dem Forum Treffpunkt Handwerk in Halle C6 gibt es zwei Impulsvorträge zum Thema Networking und Fachkräftemangel.

Aus meiner Sicht können mehr weibliche Kompetenzen dem Zimmererhandwerk nur guttun.

Ulrich Wolf

Redaktion bmH bauen mit Holz

u.wolf@bruderverlag.de