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bmH bauen mit Holz 1.2021: Zeit nach Corona

Liebe Leserinnen und Leser, das Baugewerbe meistert die Herausforderungen der Corona-Pandemie bisher gut. Zwischenzeitlich schien es so, als gäbe es für das Baugewerbe keine Corona-Pandemie. Es trotzt den Herausforderungen, obwohl die Pandemie, trotz staatlicher Hilfen, die deutsche Wirtschaft und den Arbeitsmarkt stärker trifft als noch im Frühjahr 2020 angenommen.

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Damals löste Corona einen Rekordeinbruch aus: Noch nie gab es seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland ein Minus von 9,7 Prozent Wirtschaftswachstum. Der stärkste wirtschaftliche Einbruch bisher war zur weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise von 5,7 Prozent im Jahr 2009.

Die zweite Corona-Welle bremst den Wirtschaftsaufschwung des vergangenen Sommers. Konsum und Investitionen, insbesondere Tourismus, Gastgewerbe und Kultur leiden unter gestiegener Verunsicherung und Lockdown. Auch das Baugewerbe wird in diesem Jahr stärkere Auswirkungen spüren: In der Regel dauert die Bauzeit eines Projekts sechs bis zwölf Monate. Das heißt, die Folgen von Corona wirken sich verzögert aus und werden sich in den nächsten Monaten als Auftragsrückgänge bemerkbar machen. Besonders der Wirtschaftsbau wird stark nachlassen. Der Wohnungsbau wirkt mit einer leichten Umsatzsteigerung stabilisierend. Der Öffentliche Bau wird durch Auftragsstornierungen und dem Ausbleiben von Folgeaufträgen gekennzeichnet.

Umfang und Dauer der Pandemie sind weitgehend unbekannt. Unsicherheit und Belastungen wird uns auch in den nächsten Monaten begleiten. Es gibt erhebliche Risiken, dass die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt länger als erwartet sind und dass Liquiditätsprobleme bei vielen Firmen zu Solvenzproblemen führen könnten. Hoffnung machen die angemeldeten Impfstoffe. Es ist durchaus möglich, dass die Infektionsschutzmaßnahmen im Verlauf des kommenden Sommerhalbjahrs soweit gedrosselt werden können, dass sie die ökonomische Aktivität nicht mehr nennenswert beeinträchtigen. Die deutsche Wirtschaft könnte 2021 auf niedrigem Niveau um 4,7 Prozent wachsen. Aber erst Ende 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder normal ausgelastet sein.

Laura Westerhoff
Senior Management Programm
l.westerhoff@bruderverlag.de