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bmH bauen mit Holz 12.2019: Der Baustoff des Jahrhunderts

Liebe Leserinnen und Leser, welche Hemmnisse muss der Holzbau überwinden um weitere Marktanteile tatsächlich zu aktivieren? Fachkräftemangel, langwierige und bürokratische Genehmigungsverfahren sowie unzureichende Planung durch Auftraggeber nennt der Lagebericht 2019 von Holzbau Deutschland als grundsätzliche Probleme.

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Alexander Gumpp und Josef Maier nennen in unserem Interview als weiteres Hemmniss: „Momentan sind die ausgelasteten Kapazitäten der Branche der größte Bremsfaktor auf dem Weg zu weiterem Wachstum. Hier müssen wir uns als Branche sowohl hinsichtlich Kapazität als auch breiter Kompetenz noch stärker aufstellen.“

Die Grundlagen sind da: Viele Holzbaubetriebe investieren neben den traditionellen, handwerklichen Methoden in Fertigungskapazitäten, die die Herstellung großdimensionierter und großvolumiger Wand-, Decken- und Dachelemente in der Werkshalle und die Lieferung qualitätsgesicherter Bauteile auf die Baustelle ermöglichen. Dank optimierter Fertigungstechniken und mithilfe der Digitalisierung hat sich die Herstellung dieser Bauteile geradezu revolutioniert. Die technischen Weiterentwicklungen und die präzise Vorfertigung der letzten 20 Jahre haben den Holzbau zu einem Hightech-Produkt werden lassen. „Es wird sich zeigen, dass die Antwort auf die ressourcen- und abfallintensive Baubranche Holz und Vorfertigung ist“, glauben auch Gumpp und Maier.

Für Gumpp und Maier geht die Entwicklung immer stärker in Richtung Objektbau und Großprojekte, die inzwischen ¾ des Umsatzes ausmachen. „Durch das Vordringen des Holzbaus in früher ausschließlich vom Massivbau beherrschte Domänen, bekommen wir Objektgrößen, die aufgrund ihrer Größe und Komplexität größere Betriebsstrukturen erfordern. Wir gehören zu den Betrieben, die diesen Weg gehen, weil uns diese Projekte interessieren und weil wir glauben, dass wir diese auch beherrschen können. Wir bewegen uns somit in Bereichen, in denen bisher der Holzbau nicht vertreten war.“

Das Unternehmen Gumpp & Maier engagiert sich deshalb auch in einem gerade gestarteten Forschungsprojekt entlang der Wertschöpfungskette Planen und Bauen mit Holz. Gemeinsam mit der Professur Entwerfen und Holzbau und dem Lehrstuhl Architekturinformatik an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität München und weiteren Praxispartnern untersuchen sie im Forschungsprojekt BIMwood welche Hemmnisse einer BIM-Anwendung im Holzbau entgegenstehen. Die Initiatoren des Forschungsprojektes glauben, ohne den Einstieg in die Planungsmethode BIM wird die Holzbauweise, insbesondere beim urbanen und großvolumigen Bauen, in Zukunft nicht konkurrenzfähig sein, Aktuell zeigen Studien, dass die Holzbaukompetenz zu spät in den Prozess integriert wird: Holzbauprojekte mit hohem Vorfertigungsgrad werden häufig nach dem klassischen, phasenweisen Ablauf, wie er aus dem konventionellen Bauen bekannt ist, abgewickelt. Ziel des Forschungsprojektes sind konkrete Vorschläge für eine holzbaugerechte BIM-Anwendung.

Mehr Einblicke in die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der bayerischen Holzbau-Unternehmer Alexander Gumpp und Josef Maier auf Seite 44. Weitere Informationen zum Forschungsprojekt lesen Sie auf bauenmitholz.de. Auch das Holzbauforum vom 26. bis 27. März 2020 in Berlin fragt „Holzbau – Bereit für den Massenmarkt?“. Die Anmeldung ist ebenfalls unter bauenmitholz.de möglich.

Laura Westerhoff

Senior Management Programm

l.westerhoff@bruderverlag.de