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bmH bauen mit Holz 2.2021: Der Preis des Holzbaubooms

Liebe Leserinnen, liebe Leser, der Holzbau steht hoch im Kurs. Und die Kurve zeigt weiter steil nach oben. In den nächsten zehn Jahren stehen ihm laut Holzbau Deutschland rosige Zeiten bevor.

Nicole Hansen
Nicole Hansen. Bild: Radach

Die Auftragslage des deutschen und des europäischen Holzbaus ist hervorragend: So liegt etwa die Eigenheimquote bei 21,3 Prozent; bei landwirtschaftlichen Gebäuden sogar bei 35,7 Prozent. Weiteren Aufschwung erhofft man sich in Bayern von der neuen Holzbauoffensive, für die die Bayerische Bauordnung neu aufgestellt wird. Auch andere Bundesländer wie Baden-Württemberg und Berlin setzen schon seit einiger Zeit verstärkt auf den Holzbau.

Doch was heißt das eigentlich für den Rohstoff Holz? Schließlich ist Holz ein natürlicher Baustoff, der nicht unendlich zur Verfügung steht. Schon bei unserem Holzbauforum, das letzten Herbst in Berlin stattfand, stellte Martin Langen von B+L Marktdaten fest, dass wir ein Holzproblem haben. Grund dafür ist zum einen der Export eines Großteils an Holz aus Deutschland in die USA und nach China, denn auch dort läuft der Holzbau gut. Zum anderen trieb die Nachfrage nach Bauholz die Preise im Großhandel und auf Baumärkten nach oben. Denn die Nachfrage nach Holz in Corona-Zeiten ist größer als gedacht: Viele Zimmerleute, Tischler und auch Baufirmen hatten und haben randvolle Auftragsbücher. Hinzu kommt das DIY-Gen der Deutschen: Pandemie und Lockdown wurden genutzt, um Gärten und Häuser, Terrassen und Carports zu renovieren. Das treibt die Preise in die Höhe; besonders Fichte, Buche und Eiche sind im letzten Jahr deutlich teurer geworden.

Auf der anderen Seite stehen die Waldbesitzer: Aufgrund der massiven Schäden durch den Borkenkäfer und wegen des dritten Jahres Trockenheit in Folge war viel zu viel Holz am Markt. Die Folge: Die Preise besonders für Fichtenholz sanken im Herbst 2020 auf einen historischen Tiefstand. Die daraus entstandene gesunkene Bereitschaft der Waldbesitzer, Holz einzuschlagen und zu verkaufen – sowohl Käferholz als auch Frischholz – hatte dann spürbare Folgen für das Angebot.

Klar ist: Dem Holzbau gehört die Zukunft. Doch damit der Holzbau auch weiter Zukunft hat, müssen wir mit dem Rohstoff Holz ressourcenschonend umgehen. Das heißt beispielsweise, dass die Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden und nicht mehr Holz geschlagen werden darf, als nachwächst. Auch die Entwicklung neuer, ressourcenschonender Produkte und Bauweisen ist maßgeblich.

Passend dazu widmen wir uns in einer dreiteiligen Serie dem Thema Nachhaltigkeit im Holzbau. Los geht‘s mit Teil 1 auf S. 50, der zeigt, wie Holzbauunternehmen sich eine verantwortungsbewusste Wirtschaftsweise zu eigen machen und umsetzen können.

Unbezahlbar ist die Gesundheit des Menschen. In unserem Spezialheft, das dieser Ausgabe der bmH bauen mit Holz beiliegt, dreht sich alles um das Thema Arbeitssicherheit. Mein Kollege Ulrich Wolf und ich haben zahlreiche Informationen zusammengestellt, die Ihnen helfen sollen, Ihren Arbeitsalltag und den Ihrer Mitarbeiter sicherer zu machen.

Nicole Hansen

Management Programm
n.hansen@bruderverlag.de