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bmH bauen mit Holz 3.2020: ... und sie funktionieren doch

In Baden-Württemberg sind Brücken mit einem Holztragwerk eine Seltenheit geworden, denn sie galten bis dato als kurzlebig und wartungsintensiv. Mit dem neuen Konzept der „integralen Stuttgarter Holzbrücke“ zeigt ein interdisziplinäres Team aus Wissenschaftlern, Planern und ausführendem Unternehmen, dass sich der moderne Baustoff Holz auch dafür eignet: mit dem nötigen Fachwissen, konstruktivem Holzschutz und der Fähigkeit, andere zu überzeugen.

bmH 3.2020 Titelstory Holzbrücken
Cheret Bozic Architekten und Knippers Helbig Ingenieure entwickelten gemeinsam mit der Materialprüfanstalt (MPA) der Universität Stuttgart und der Schaffitzel Holzindustrie GmbH die „integrale Stuttgarter Holzbrücke“. Die Remstalgartenschau bot die Gelegenheit, die ersten drei Brücken mit lichten Spannweiten von 14 und 32 Metern zu bauen. Bild: Cherez Bozic/Knippers Helbig

Kurz in der Lebensdauer, aufwendig in der Instandhaltung und damit wenig nachhaltig, trotz des nachwachsenden Rohstoffs Holz – mit diesen Assoziationen verband man beim Regierungspräsidium in Stuttgart Brücken mit Holz als tragendem Material. Grund dafür waren Erfahrungen aus vergangenen Projekten, insbesondere aus den 1970er- und 80er-Jahren, bei denen Architekten und Ingenieure das Material überschätzt und infolgedessen überfordert hatten. Außerdem war der konstruktive Holzschutz oft unzureichend. Logische Konsequenz: Die Brücken leisteten nur relativ kurze Zeit gute Dienste, bevor sie gesperrt und abgerissen werden mussten.

Am Anfang stand die Schwachstellenanalyse

Cheret Bozic Architekten und Knippers Helbig Ingenieure, beide Büros mit Hauptsitz in Stuttgart, sind überzeugt, dass Holz auch für Brückenbauten bestens geeignet ist. Gemeinsam mit der Materialprüfanstalt (MPA) der Universität Stuttgart und der Schaffitzel Holzindustrie GmbH erarbeitete das interdisziplinäre Team ab 2013 im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts „Stuttgarter Holzbrücke, Pilotprojekt zur Entwicklung einer neuen Brückengeneration“ eine Machbarkeitsstudie.

Titel bmH 3.2020

Die Schwerpunkte lagen auf langfristig schadenfreien Konstruktionen, der technischen Machbarkeit und einem Vergleich der Baukosten zwischen den verschiedenen Modellen. Gefördert wurde das Projekt durch die Clusterinitiative Forst und Holz des Landes Baden-Württemberg. Eine Datenerhebung der MPA im Vorfeld der Machbarkeitsstudie bestätigte die bekannten Gründe für Schäden an Holzbrücken: Staunässe an den Auflagern in Form von Spritzwasser, Humus oder Schnee machte dem Material zu schaffen. Holzteile, die mit Blechen abgedeckt waren, verwitterten aufgrund des Kondensats, das am kühleren Metall entsteht, sehr schnell. Abdichtungen waren durchlässig geworden.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in bmH bauen mit Holz 3.2020.

Autorin: Simone Hübener