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bmH bauen mit Holz 6.2019: Unter Mutmacherinnen

Liebe Leserinnen, liebe Leser, gemischte Gefühle begleiteten mich auf dem Weg zum FrauenZimmer-Event nach Berlin. Eine Veranstaltung nur für Frauen? Und nur von Frauen organisiert? Das kann ja spannend werden.

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Nicole Hansen. Bild: Radach

Und dann kamen sie, die Frauen aus dem Zimmerer- und Dachdeckerhandwerk – und belehrten mich in Nullkommanichts eines Besseren.

Frauen jeglicher Couleur und wie sie teilweise unterschiedlicher nicht sein können: jung und reif, aus Ost und West. Die eine mit perfekt lackierten Fingernägeln, die andere mit Schwielen an den Händen vom Alltag auf der Baustelle. Frauen, die ihren Männern im Büro den Rücken frei halten, und Frauen, die als Handwerksmeisterinnen tagtäglich ihre Frau stehen. Einzelkämpferinnen und gestandene Unternehmerinnen mit über 20 Angestellten. Und doch verbindet sie alle eins: die Liebe zum Handwerk und der Wille, immer das Beste zu geben. Sich weiterzuentwickeln und neu zu erfinden. Zu netzwerken, was das Zeug hält, und von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

Ich habe viele Gespräche geführt, in denen mir die Frauen von ihren Sorgen und Nöten erzählten: Von den Problemen, gutes Personal zu finden und zu binden (der Fachkräftemangel lässt auch hier grüßen!), Aufträge zu akquirieren, und von der schwierigen Suche nach einem Nachfolger fürs Unternehmen.

Aber es gab auch viele Erfolgsgeschichten! Mir wurde voller Stolz von Azubis erzählt, die Innungsbeste wurden. Von Mitarbeitern, die zur Familie innerhalb des Betriebs wurden. Von Bauprojekten, in die ganz viel Herzblut geflossen ist.

Mein einziges Bedauern ist, dass ich nicht mit allen Frauen sprechen konnte. Jede Geschichte war einzigartig und eine interessanter als die andere. Die Veranstaltung hätte noch zwei weitere Tage dauern können und es wäre noch immer nicht genug Zeit für alle gewesen.

Ich mag Männer – ich habe sogar einen zu Hause! – und arbeite gerne mit ihnen. Ich habe aber bei dieser Veranstaltung gelernt, dass es gut ist, Räume zu schaffen, in denen Frauen unter sich sind und sich austauschen können. In denen man als Frau verstanden wird (wo sonst steht im Begrüßungsschreiben gleich ein Hinweis auf den nächsten Drogeriemarkt?!) und in denen man nicht zu Konkurrentinnen wird, sondern sich gegenseitig bestärkt und Mut macht – ohne Zickereien, abschätzige Blicke oder süffisante Kommentare. Wohl-wollen im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich habe diese Erfahrung beim FrauenZimmer zum Anlass genommen, mich in meiner Funktion als Management Programm der bmH bauen mit Holz, die ich nun schon seit einiger Zeit bekleide, hier an dieser Stelle nun auch öffentlich vorzustellen. Danke, ihr Mutmacherinnen!

Nicole Hansen

Management Programm
n.hansen@bruderverlag.de

P.S.: Einen Nachbericht zu der Veranstaltung – die harten Fakten sozusagen – lesen Sie ab Seite 48.