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DACH+HOLZ: Rundgang für die Arbeitssicherheit

Ob bei den Teilnehmenden oder den besuchten Ständen: Die Messerundgänge zu dem Thema Absturzsicherung, organisiert von DDH – Das Dachdeckerhandwerk und Der Zimmermann, auf der DACH + HOLZ International 2020 in Stuttgart kamen sehr gut an. 

DACH+HOLZ International 2020 Messerundgang Der Zimmermann DDH Das Dachdekcer-Handwerk
Foto: bmH bauen mit Holz

Zweimal täglich versammelten sich an Absturzsicherung Interessierte auf dem Messestand der Rudolf Müller Mediengruppe. War die Gruppe komplett, ging der Rundgang los: Der Trupp marschierte durch die Messehallen, geführt von Michael Zenk und Angela Trinkert zu ausgewählten Ständen mit den Schwerpunkt Absturzsicherung.

Den Anfang machte das luxemburgische Unternehmen ST Quadrat, das auf Anschlagpunkte und Seilsysteme spezialisiert ist. Dort präsentierten Geschäftsführer Martin Binder und Vertriebsleiter Uwe Steinmetz unter anderem den Sicherheitsdachhaken Lux-top SDH-Z II, der sich zum Einhängen von Dachdeckerleitern und zur Befestigung der PSA gegen Absturz eignet, und sich so positionieren lässt, dass der Haken immer im Tal des Ziegels liegt. Die beiden betonten zudem die – gemäß DGUV Information 201-056 „Planungsgrundlagen von Anschlageinrichtungen auf Dächern“ –
Pflicht zur Montagedokumentation, die dem Auftraggebenden zu übergeben ist und anhand derer sich bei einer späteren Nutzung der Sicherheitsmaßnahmen des sicheren Einbaus vergewissert werden kann. Mithilfe einer App des Herstellers soll die Dokumentation unkompliziert auf dem Smartphone oder dem Computer durchgeführt und ein PDF zum Ausdrucken erstellen werden können.

Weiter ging es zu ABS Safety, Hersteller von Absturzsicherungen vom Niederrhein, Josef Bergrath, Leiter Vertrieb und Technik, und Marco Reckers, Koordination Außendienst, legten den Fokus auf Auffanggurte als Persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA).

DACH+HOLZ International 2020 Messerundgang Der Zimmermann DDH Das Dachdekcer-Handwerk
Foto: bmH bauen mit Holz


Das Wichtigste: Er muss nicht nur sicher, sondern auch bequem und unkompliziert anzulegen sein, denn sonst wird er nicht getragen. Dabei muss nicht jeder und jede Beschäftigte unbedingt einen eigenen Gurt haben, wenn er eher selten benötigt wird. Bei häufigem Gebrauch wird das ständige Umstellen auf die eigene Körpergröße allerdings schnell lästig, dann sollten alle Beschäftigten einen eigenen Gurt besitzen. Auf großes Interesse stieß zudem die Anschlageinrichtung ABS-Lock On Top Max die ohne Dachdurchdringung montiert werden kann, indem sie auf Bitumenbahnen verschweißt wird. Eine bauaufsichtliche Zulassung dafür liegt vor. Mit einem Falltest demonstrierte das Unternehmen die Funktionsfähigkeit des Systems auf der Messe.

Digitale Sicherheit mit VR-Brille und Drohne

Als Nächstes wurde der Gemeinschaftsstand von BG Bau, Holzbau Deutschland und Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks mit der Aktionsfläche „Mit Sicherheit in die Zukunft“ besucht. Christiane Witek, Pressesprecherin BG Bau, und Dr. Claudia Waldinger, Programmleitung „Neue Wege der Prävention“ der BG Bau, stellten den Prototyp einer VR-Brille vor, mit der Anwenderinnen und Anwender in die digitale Arbeitssicherheit eintauchen, brenzlige Situationen auf Baustellen nachempfinden, Aufgaben virtuell erledigen und dabei mögliche Gefahren beseitigen konnten.

Gleichzeitig erfuhren sie, welche Maßnahmen das Arbeiten sicherer und weniger risikoanfällig machen. Perspektivisch soll diese Brille Bestandteil von Schulungen für die Arbeitssicherheit werden. Thomas Gorski von Airteam stellte die Dachinspektion per Drohne vor, die ein Besteigen des Dachs als mögliche Gefahrenquelle überflüssig macht. Das Unternehmen Airteam aus Berlin bietet bundesweit Drohnenflüge als Dienstleistung an und erstellt abschließend eine ausführliche Auswertung mit Luftaufnahmen und einem 3-D-Bericht.

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Foto: bmH bauen mit Holz


Weiter ging es zu Peri, wo Armin Fritz, Segment Marketing Manager, und Gerüstbaumeister Josef Lechner, Vertriebssupport Gerüst, den Teilnehmenden des Messerundgangs die vorlaufende Gerüstmontage vorstellte, bei der die nächsthöhere Ebene von der darunterliegenden aufgebaut werden kann. Nach der Anfang 2019 überarbeitet erschienenen TRBS 2121-1 „Gefährdung von Beschäftigten durch Absturz – Verwendung von Gerüsten“ haben bei der Erstellung eines Gerüsts technische Schutzmaßnahmen, wie vorlaufende Geländer Vorrang gegenüber der Verwendung von PSAgA, deren Verwendung im Gerüstbau auf ein Minimum zu beschränken ist.

Als Letztes besuchte die Gruppe Bauder, Hersteller von Abdichtungsbahnen. Neu in deren Programm ist ein horizontales Seilsystem für Flachdächer, deren Montage Michael Duss, Produktmanager Absturzsicherung, live vorgeführt wurde. Mit der Verwendung von Seilsicherungssystemen soll eine durchgehende Absturzsicherung gewährleistet werden. Sie verfügen über Endbefestigungen inklusive Spannelemente und Zwischenhalter. Auch Michael Duss betonte die Erfordernis einer detaillierten Einbaudokumentation, für deren Erstellung Bauder Hilfestellungen bietet.

Rundum waren die Teilnehmenden sehr zufrieden mit den Inhalten, die ihnen auf dem Messerunfgang vermittelt wurden. Auf der nächsten DACH+HOLZ International, die vom 15. bis 18. Februar 2022 in Köln stattfindet, wird der Verlag sicherlich wieder einen Rundgang anbieten.