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DER ZIMMERMANN 11.2017: Ein Multitalent

Die energetische Sanierung historischer Gebäude erfordert neue Denkansätze. Im Besonderen im Fachwerkbau stellen die stadtbildprägenden Fassaden mit dünnen Gebäudeaußenwänden und meist konstruktiv geschädigtem Baugefüge einen komplexen Aufgabenmix dar. Mit dem Einsatz eines neu entwickelten Plattenwerkstoffs aus dem nachwachsenden Rohstoff Typha kann dies innovativ und beispielhaft umgesetzt werden.

DZI 11.2017 Multitalent Typha
Der Charakter dünnschichtiger Fachwerkwände konnte beim Haus Pfeifergasse 9 in Nürnberg dank eines innovativen, aussteifenden Dämmmaterials auf Rohrkolbenbasis erhalten und dabei konnten gleichzeitig die Anforderungen der EnEV 2009 erfüllt werden. Bild: Alexandra Fritsch

Die Sanierung von fachwerksichtigen (Außen-)Wänden führt in der gängigen Baupraxis in der Regel zu mehrschichtigen, schadenanfälligen Konstruktionen mit großen Wandstärken, die dem Charakter der Fachwerkbauten widersprechen und die Nutzflächen des Gebäudes reduzieren. Die thermische Sanierung der Außenwände mit ihren maßstabgebenden schlanken Konstruktionselementen sollte in adäquat dünner Dimensionierung von circa 20 cm materialverträglich, homogen und zugleich konstruktiv wirksam gestaltet werden. Historische Gebäude, so auch Fachwerkgebäude, bestehen in der Regel aus Naturbaustoffen wie Holz, Ziegel, Stroh, Lehm, Kalk etc. Diese sind strukturell verwandt und deshalb weitgehend miteinander verträglich. Eine beispielhafte Sanierung fand im Fachwerkgebäude Pfeifergasse 9 in Nürnberg statt (Bild 1).

Titel DZI 11.2017

Wichtige Voraussetzung für Sanierungseingriffe in solchen Gebäuden ist stets eine restauratorische und bautechnische Analyse des Bestands, um strukturelle Gebäudedefizite, konstruktive Probleme, Materialschäden und erhaltenswerte Originalsubstanz zu benennen. Planungsrelevante Gebäudemerkmale vieler Fachwerkgebäude sind kleine Raumzuschnitte in Kombination mit dünnen, schiefen, nicht in der Flucht befindlichen Außenwänden (Bild 2). Häufig sind durch Umbauten oder Aufstockungen starke Verformungen des Baugefüges und Defizite in der Bauwerksaussteifung festzustellen.

Den ausführlichen Artikel finden Sie in DER ZIMMERMANN 11.2017.

Autoren: Alexandra Fritsch und Werner Theuerkorn

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