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Der Zimmermann 11.2019: Das Bauen mit Holz ist angekommen

Liebe Leserinnen, liebe Leser, fast wöchentlich lese und höre ich derzeit Meldungen zum Bauen mit Holz, viele davon auch in branchenfremden Medien. Das Bauen mit Holz ist in der Politik und der Gesellschaft angekommen. Bereits mehrere Landesbauordnungen sind, wie Der Zimmermann berichtete, novelliert worden, um das Bauen mit Holz baurechtlich zu vereinfachen.

Angela Trinkert 2018
Angela Trinkert. Bild: Balsereit

Auf „zeit-online“ fand ich vor kurzem einen langen Artikel, der die Bauweisen mit Holz in all seinen Facetten vorstellt, die ihren Entwicklungen aufweist und Fachleute aus der Holzbaubranche zu Wort kommen lässt. Und nun sprach sich auch die Baumisterkonferenz für das Bauen mit Holz aus (siehe Seite 7). Denn die Ministerinnen und Minister sehen Holz ganz klar als den Baustoff, mit dem kostengünstiges und klimafreundliches Bauen möglich ist. „Die größte Herausforderung besteht für die Bauministerkonferenz heutzutage darin, kostengünstigeres Bauen bei vollständiger Gewährleistung der erforderlichen Sicherheit für die Bewohnerinnen und Bewohner zu ermöglichen und zugleich die Umwelt so weit wie möglich zu schonen. Das ist ein ständig fortlaufender Prozess, den die Bauministerkonferenz gestern und heute ein gutes Stück weiter vorangebracht hat“, erklärte der Vorsitzende der Bauministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote, anlässlich der Herbstkonferenz Ende September in Norderstedt.

Wie klimaschonend und wie robust der Baustoff Holz ist, zeigen die Artikel zum Thema „Denkmalschutz“ in dieser Ausgabe.

So konnte ein fast 500 Jahre altes Fachwerkgebäude saniert werden, wobei ein Großteil der damals eingesetzten Baustoffe Holz und Lehm beibehalten, recycelt und wiederverwendet werden konnte. Mehr dazu lesen Sie auf Seite 8. Vor etwa 100 Jahren herrschte in Deutschland Wohnungsnot, die Verhältnisse waren damals noch deutlich prekärer als heute. Die deutschen Städte wuchsen so stark, dass Wohnraum fehlte. Feste Arbeitsverhältnisse hatten Seltenheitswert. In dieser Zeit entwickelte ein findiger Ingenieur eine Holzbauweise, mit der kostengünstig gebaut werden konnte, was ja zurzeit, wie oben berichtet, auch wieder eine Forderung der Bauministerkonferenz ist. Bis in die 50er-Jahre wurden Dächer in der sogenannten Zollinger-Bauweise durchaus noch errichtet. Eins davon findet sich in Oberursel und wurde kürzlich restauriert. Ein detaillierter Bericht darüber findet sich auf Seite 12.

Dass nicht nur Neubauten aus nachwachsenden Rohstoffen, sondern auch die Sanierung bestehender Gebäude eine nachhaltige Sache sind, belohnen wir mit dem RM Sanierungspreis. Erst kürzlich entschied die Jury, welche Unternehmen den Sanierungspreis 2019 überreicht bekommen werden (Seite 5). Aber nach dem Preis ist ja bekanntlich vor dem Preis. Denn der Sanierungspreis 2020 kommt bestimmt. Wenn Sie also eine gelungene Instandsetzung ausgeführt haben, bewerben Sie sich doch. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass sie 2020 zu den Auserwählten gehören!

Ihre

Angela Trinkert
Management Programm

a.trinkert@bruderverlag.de

Titel DZI 11.2019