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DER ZIMMERMANN 12.2017: Fügetechnik mit Klebstoff

Nicht immer müssen Verbindungsmittel eingesetzt werden, um Holzbauelemente zu fertigen. Sie können auch verleimt werden. Dank eines pneumatischen Pressprinzips können Hohlkasten- elemente für die Anwendung bei Dachgeschossen und Zwischendecken wirtschaftlich mit Klebung hergestellt werden. Der Artikel gibt eine Einführung in diese Produktionsweise.

Fügetechnik mit Klebstoff DER ZIMMERMANN 12.2017
Wände und Decken können komplett vorgefertigt werden. Aufgeklebte Dreischichtplatten tragen statisch mit und bieten Sichtqualität. Bild: Woodtec Fankhauser GmbH

Die Vorteile, herkömmliche Balkentragwerke beidseitig mit Holzwerkstoffplatten zu sogenannten Kastenelementen oder Hohlkästen zu verkleben, sind vielfältig und breit gefächert. Statisch haben solche Produkte eine verbesserte Schwingungssteifigkeit und ermöglichen größere Spannweiten der Decken. Außerdem lässt sich dadurch der Querschnitt der Elementdecke um rund ein Drittel in der Höhe reduzieren. Gegenüber massiven Böden ermöglichen die Hohlräume im Element ausreichend Platz für Wärme- und Schalldämmung oder Elektro- und Lüftungsinstallationen. Dazu wird die untere Dreischichtplatte oft in Sichtqualität verleimt, was auch ästhetisch etwas her gibt. Besonders da die neue Produktionstechnik ohne Schrauben auskommt.

Ingenieurtechnisch gesehen sind Kastenelemente nicht mehr als Balkentragwerke, sondern als Flächentragwerke zu berechnen. Dank der Klebstoffverbindung zwischen Platten und Balken kann nicht nur der Querschnitt der eingesetzten Balken reduziert werden, sondern die Schwingungssteifigkeit des Elemets wird ebenfalls verbessert. Dies ermöglicht größere Spannweiten bei niedrigeren Elementquerschnitten.

Titel DER ZIMMRERMANN 12.2017

Bisher waren Schrauben üblich

Auch für größere Tragwerke wurden Kastenelemente bereits eingesetzt. Das Problem war jedoch seit jeher die komplizierte Fertigung, die das Meistern von Holz-, Klebe- und Presstechniken für ein einziges Produkt gemeinsam voraussetzte. Bisher wurden Kastenelemente größtenteils anhand der Schraubpressung hergestellt. Der während des Aushärtens des Klebstoffs notwendige Pressdruck auf die Klebstofffuge wird dabei von in genau vorgeschriebenen Abständen angebrachten speziellen Tellerschrauben bewirkt. Aufgrund der Art der Schrauben und der engen Abstände braucht die Fertigung Zeit und kostspieliges Material. Zudem kann der Pressdruck nicht gemessen werden. Mögliche Rückstellkräfte aus dem Holz können diesen sogar aufheben, da Schrauben nicht nachpressen. Dazu kommt, dass das Element zum Schrauben auf die zweite Seite gekehrt werden muss, wobei es leicht zu Verletzungen der Klebstofffuge kommen kann.

Den ausführlichen Artikel finden Sie in DER ZIMMERMANN 12.2017.

Autor: Benjamin Fankhauser