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Der Zimmermann 3.2019: Wenn es im Holz kreucht und fleucht

Liebe Leserin, lieber Leser, ob im Wald oder im bereits verbauten Holz: Insekten und Pilze können Holz zerstören. Auch wenn sie im Wald an der Zersetzung abgestorbenen Holzes beteiligt sind und damit den wertvollen Humus erneuern, treten sie zu massiv auf und befallen das Holz lebender Bäume, schaden sie mehr, als dass sie nutzen.

Angela Trinkert 2018
Angela Trinkert. Bild: Balsereit

So hat sich beispielsweise der Borkenkäfer im Jahrhundertsommer 2018 vermehrt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Nadelbäume hatten derart mit der steten Trockenheit zu kämpfen, dass keine Kraft mehr übrig blieb, die Käfer abzuwehren. Allein in Nordrhein-Westfalen wird das Volumen des Käferholzes auf etwa 2 Mio. Festmeter geschätzt. Immer noch müssen Fichten, in denen der Käfer überwintert, gefunden und geschlagen werden. Ein Großteil des befallenen Holzes kann aber durchaus als Bauholz verwendet werden, wie der Artikel auf Seite 16 erläutert. Dennoch sind für die Forstleute diese Ausmaße des Käferbefalls dramatisch. Nicht nur, dass Aufarbeitungs-, Entrindungs-, Transport- und Holzvermarktungskapazitäten nicht im notwendigen Umfang zur Verfügung stehen, je nach Witterungsverlauf können auch in den Folgejahren weitere intensive Borkenkäferpopulationen auftreten.

Für den Holzbau können dagegen Insekten und Pilze gefährlich werden, die sich auf verbautes Holz spezialisiert haben. Häufig sind Baumängel, wodurch Feuchte eindringen konnte, die Ursache, dass sich insbesondere Pilze ausbreiten können. Aber auch viele der holzzerstörenden Insekten bevorzugen eine gewisse Holzfeuchte. Die am häufigsten vorkommenden holzzerstörenden Schaderreger werden auf Seite 12 vorgestellt. Mit dem Artikel beginnt eine neue Serie zu diesem Thema, die in den Folgeteilen aufzeigen wird, wie die in diesem Heft benannten Schädlinge erkannt und wirksam bekämpft werden können.

Damit sich in Strohbauwänden weder Pilz noch Insekt einnisten, sollte das Stroh trocken verbaut und die Strohwände rasch verputzt werden. Bereits in den letzten drei Ausgaben von Der Zimmermann wurde ausführlich dargestellt, wie der Strohballenbau fachgerecht ausgeführt wird, damit weder Mängel nachgebessert werden müssen, noch Schäden entstehen. In dieser Ausgabe stellt der letzte Teil der Serie auf Seite 8 ein gebautes Beispiel vor.

Ich wünsche Ihnen eine nützliche Lektüre

Ihre

Angela Trinkert

Redaktion Der Zimmermann
red.zimmermann@bruderverlag.de

PS: Herzlichen Glückwunsch an Hubert Nowack, der den Sanierungspreis 18 gewann! Mehr dazu lesen Sie auf Seite 6.