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Der Zimmermann 3.2020: Da fehlt doch was

Liebe Leserin, lieber Leser, Hat Ihnen in den letzten Monaten auch etwas gefehlt? Genau, der Winter blieb mehr oder weniger aus! Väterchen Frost hat sich diesmal rar gemacht, und wir konnten den wärmsten Januar weltweit seit dem Beginn der Wetteraufzeichnung, also seit 141 Jahren, erleben.

Angela Trinkert
Angela Trinkert. Bild: Balsereit

Vielleicht kamen die warmen Monate Ihnen entgegen, denn so konnten Sie einige der vielen Aufträge abarbeiten. Was der warme Winter für den Wald bedeutet, lässt sich wohl noch nicht so genau sagen. Manche Fachleute vermuten, dass die milde Witterung in Kombination mit dem vielen Regen der letzten Monate das Wachstum von Pilzen fördert, die den Borkenkäfer befallen und dezimieren werden. Andere befürchten, dass der Höhepunkt der Borkenkäferplage uns im Jahr 2020 erst noch bevorsteht. Ob so oder so, die Internetseite „Agrarheute“ berichtet, dass in den vergangenen zwei Jahren bundesweit mehr als 200.000 Hektar Wald dahingerafft worden seien; die Holzpreise sind infolge unzähliger Fällungen und des daraus folgenden Überangebots auf den tiefsten Stand seit etwa zehn Jahren abgestürzt.

Diesem Überangebot wird früher oder später ein Mangel folgen. Fichten werden in deutlich geringerem Maße in Deutschland angepflanzt werden, weil es wegen der Erwärmung für diesen Baum nur noch wenige geeignete Standorte in Deutschland geben wird. Sicherlich kann es deshalb Sinn machen, sich nach Holzbauweisen umzuschauen, bei denen Fichtenholz sparsamer eingesetzt wird. So zum Beispiel Stegträger, wie sie der Artikel auf Seite 8 vorstellt.

Was Bewohnerinnen und Bewohner von Mehrfamilienhäuser dagegen gerne vermissen, ist die Lärmbelästigung aus der Nachbarswohnung. Gerade der Trittschall ist ein im Holzbau nicht einfach zu lösendes Problem. Doch nun wurde ein Entkopplungsstreifen entwickelt, mit dem sich der Trittschall selbst über die Nebenwege deutlich mindern lassen soll. Mehr dazu finden Sie auf Seite 12.

Auf was wir auch gut verzichten könnten, sind die Massen an Müll, die tagtäglich anfallen. Gerade der Bausektor gehört zu den abfallintensivsten Wirtschaftbereichen. Wie sich der Abfall reduzieren oder zumindest der Verwertung zuführen lässt, erfahren Sie auf 30.

Ich wünsche Ihnen eine nützliche Lektüre.

Angela Trinkert

Management Programm
a.trinkert@bruderverlag.de

Titel DZI 3.2020