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Der Zimmermann 3.2021: Es lebe das Steildach

Liebe Leserinnen, liebe Leser, den Leitartikel in der Märzausgabe widmen wir dem Pfettendach. Als Satteldach führt es heutzutage schon fast ein vernachlässigtes Dasein und begegnet vielen Zimmerleuten häufig nur noch in der Sanierung.

Angela Trinkert
Angela Trinkert. Bild: Balsereit

Im Neubau dominieren Flach- oder Pultdächer. Hinzu kommt, dass vor 30 Jahren die meisten Zimmereien ihren Schwerpunkt auf dem Abbund von Steildächern für den gemauerten Neubau liegen hatten und heute häufig ganze Häuser fertigen. Dabei ist das Dach nun ein Bauteil unter vielen und steht nicht mehr so im Fokus einer Zimmerei wie noch im letzten Jahrhundert. Werden aber Steildächer geplant, wird sich als Tragwerkskonstruktion gerne für ein Pfettendach entschieden. Der Einbau von Dachaufbauten oder -einschnitten wie Gauben und Dachterrassen ist deutlich unkomplizierter als bei einem Sparrendach. Allerdings muss auch bei einem Pfettendach die Aussteifung korrekt ausgeführt werden, damit horizontale Einwirkungen abgeleitet werden können. Mehr dazu lesen Sie auf Seite 10.

Ähnlich klassisch wie das Steildach muten Holzverbindungen an. Bei diesem Thema könnte man meinen, dass es vor allem Restauratorinnen und Restauratoren interessiert. Dass dem nicht so ist und die Holzverbindungen gerade eine Renaissance erleben, zeigen wir Ihnen in verschiedenen Artikeln, die in den nächsten Ausgaben erscheinen werden. Einen kleinen Vorgeschmack bietet bereits der ZimmermannsKlatsch auf Seite 40, in dem ein Bauprojekt vorgestellt wird, dessen Tragsystem ohne Metall auskommt.

Wer in Zukunft mit innovativen Holz-Holz-Verbindungen arbeiten möchte, sollte zunächst die traditionellen Holzverbindungen verstehen. Auf den Eigenschaften ihrer Fügetechnik basieren die modernen Entwicklungen. Eine lose Reihe wird deshalb in diesem Jahr verschiedene Holzverbindungen vorstellen. Den Anfang macht der Zapfen, über den Sie ab Seite 14 eine Menge erfahren können.

Die Annäherung an kraft- und formschlüssigen Holz-Holz-Verbindungen in der Planung und Ausführung von Tragwerken resultiert häufig aus der Verantwortung, einen klimaneutralen Gebäudebestand zu schaffen, ein Thema, mit dem sich viele Planende und Ausführende auseinandersetzen. Ein mit Bundes- und europäischen Geldern gefördertes Projekt vermittelt, wie eine Bauwende zum Erreichen der Ziele einer nachhaltigen Entwicklung mit einem klimaneutralen Gebäudebestand vollzogen werden kann. Das Weiterbildungsprojekt stellt sich auf Seite 32 vor.

Ich wünsche Ihnen eine nützliche Lektüre.

Ihre

Angela Trinkert

Management Programm
a.trinkert@bruderverlag.de

Titel DZI 3.2021