zurück

Der Zimmermann 3.2021: Kraftfluss im Pfettendach

Anhand eines Pfettendachs mit zweifach stehendem Stuhl soll der Kraftfluss in den Aussteifungen erklärt werden. Diesen Kraftfluss bei horizontaler Beanspruchung zu verstehen ist wichtig, um die Aussteifung des Dachs korrekt ausführen zu können. Dabei sind die abzuleitenden Kräfte in der Regel nicht groß. Es geht in diesem Artikel daher weniger um eine exakte Bemessung der Aussteifung als um die Klärung, welche Bauteile durch die Aussteifung horizontal zu halten sind.

Titelstory DZI 3.2021 Pfettendach
Pfettendächer sind heutzutage mit einer Kehlbalkenlage im Bereich der Mittelpfetten eher Mischsysteme. Bild: Dr.-Ing. Martin Schmid

Dachstühle werden heutzutage meist als Pfettendächer ausgeführt; ein bewährtes Tragsystem, das gegenüber den früher häufiger gebauten Sparren- oder Kehlbalkendächern den Einbau von Gauben oder Loggien erleichtert.

Statisch betrachtet sind die ausgeführten Konstruktionen allerdings eher Mischsysteme aus Pfetten- und Kehlbalkendächern, da häufig eine Kehlbalkenlage im Bereich der Mittelpfetten angeordnet ist (Näheres dazu siehe in dem Artikel „Durchdachte Konstruktionsdetails“ von Klaus Fritzen, erschienen in der Fachzeitschrift Bauen mit Holz 2.2010).

Zudem sind die Firstpunkte der Sparren mechanisch verbunden, sodass ein vielfach statisch unbestimmtes System entsteht. Bild 2 zeigt den Verlauf der Biegemomente eines Gespärres bei Anströmung rechtwinklig zum First. Dort wurde die horizontale Lagerung an den Traufpfetten angesetzt.

Titel DZI 3.2021

Falls ein Kniestock (Drempel) vorhanden ist, muss dieser Kniestock die Horizontalkräfte tatsächlich aufnehmen können, oder die Traufpfette ist horizontal zum Beispiel durch Querwände zu halten und in Querrichtung ausreichend dimensioniert. Kniestöcke aus Mauerwerk, auf die eine Traufbohle gedübelt wird, müssen zur Aufnahme der Horizontalkräfte, für die Verbindung mit der Holzkonstruktion und das Halten des Mauerwerks einen Ringbalken aus Stahlbeton erhalten.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Der Zimmermann 3.2021.

Autor: Dr.-Ing. Martin Schmid