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Der Zimmermann 4.2019: Dachausmittlung – keine Geheimwissenschaft

Die Dachausmittlung ist ein Spezialgebiet der Darstellenden Geometrie, das nur Zimmerleute, Dachdecker und Bauplanende interessiert. Ihre zeichnerischen und rechnerischen Methoden werden immer noch in der Ausbildung und im Meisterkurs vermittelt. Und das ist gut so! Dadurch entwickeln die Zimmerleute ihr räumliches Vorstellungsvermögen. Das wiederum ist Voraussetzung für die Kreativität, die nötig ist, wenn das Abbundprogramm nicht automatisch die beste Lösung für knifflige Aufgabenstellungen findet.

Titelstory Der Zimmermann 4.2019 Dachausmittlung
Darum geht es in der Dachausmittlung: Benachbarte Dachflächen haben gleiche oder unterschiedliche Neigungen. Wie verläuft ihre Verschneidungslinie, die Grat- oder die Kehllinie? Oben wird räumlich dargestellt, wie die Dachaus- mittlung zweidimensional in der Zeichenebene erfolgt. Bild: Elmar Mette, Bundesbildungszentrum

Das Resultat einer Dachausmittlung ist eine Draufsicht auf das Dach, aus der die Lage von Graten und Kehlen im Grund erkennbar ist. Alle waagerechten Dachkanten (wie waagerechte Firste und Traufen) werden in wahrer Länge dargestellt. Von Graten und Kehlen werden dagegen nur die Grat- oder Kehlgrundlinien gezeigt. Bild 1 erklärt die Abläufe bei der zeichnerischen Dachausmittlung in einer räumlichen Darstellung.

Bei unterschiedlichen Dachneigungen werden für alle vorkommenden Neigungen Neigungsdreiecke gezeichnet . Diese werden auf einer bestimmten Höhe geschnitten. Die sich mit den Dachflächen ergebenden Schnittpunkte geben die Lage der Höhenlinien an. Höhenlinien sind gedachte Linien innerhalb der Dachflächen, die auf gleicher Höhe liegen und somit parallel zu den waagerechten Traufen verlaufen. Höhenlinien gibt es auch in Landkarten (Bild 2).

Titel Der Zimmermann 4.2019

Anhand ihres Abstands können Wanderer oder Radfahrerinnen erkennen, ob das Gelände steil oder flach geneigt ist, und ihre Route gegebenenfalls anpassen.

Bei einfachen Dachausmittlungen mit ebenen Dachflächen gibt es nur gerade Kanten, keine gekrümmten Grate oder Kehlen. Daher reicht eine Höhenlinie je Dachfläche aus. Eine zweite Höhenlinie stellt die waagerechte Traufe dar.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Der Zimmermann 4.2019.

Autor: Elmar Mette