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DER ZIMMERMANN 5.2018: Holz kommt in die Stadt

Liebe Leserin, lieber Leser, Mit einer Wohnraumoffensive möchte die Regierung insbesondere in den Städten bezahlbare Wohnungen und Eigenheime schaffen. Ob das hehre Ziel, in vier Jahren 1,5 Millionen neue Wohnungen zu erstellen, erreicht wird, was von vielen Ökonomen bezweifelt wird, sei einmal dahingestellt.

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Angela Trinkert. Bild: Radach

Dass neuer Wohnraum notwendig ist und auch bereits viel gebaut wird, ist unbestritten. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, als freie Fläche, die in Städten inzwischen auch immer rarer wird, mit neuen Gebäuden zu versiegeln. Mehr als eine Millionen zusätzliche Wohnungen können durch Dachaufstockungen entstehen, wie eine Studie der TU Darmstadt und des Pestels Institut für Systemforschung in Hannover bereits 2015 festgestellt hat. Dessen hat sich jetzt die 100tausend Dächer Initiative angenommen, ein Zusammenschluss von GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. (GdW), dem Bundesverband der Gipsindustrie e. V. (GIPS) und dem FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e. V. (FMI). Sie fordern Reformen im Planungsrecht und eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um Hemmnisse zu beseitigen und günstige Voraussetzungen für Aufstockungen zu schaffen. Ein wesentlicher Aspekt für diese Initiative ist es, dass energetisch optimierte Aufstockungen die Energieeffizienz des gesamten Hauses verbessern – ein Baustein, um die Klimaziele 2050 zu erreichen.

Inwieweit der Bund tatsächlich wohnungspolitisch ausreichend aktiv wird, bleibt abzuwarten.

Fest steht, dass der Holzbau im Wohnungsbau eine aktive Rolle spielen kann.

So werden derzeit Landesbauordnungen entsprechend geändert, um den mehrgeschossigen Holzbau, und damit auch Aufstockungen aus Holz, zu erleichtern. Ende März wurde eine Novellierung der Berliner Bauordnung beschlossen, um die Genehmigung von Gebäuden mit tragenden Teilen aus Holz zu vereinfachen. Nach Baden-Württemberg und Hamburg ist damit Berlin nun schon das dritte Bundesland, in dem das Bauen mit Holz ohne aufwendige Genehmigungsverfahren ermöglicht wird. Natürlich müssen Holzbauten sorgfältig geplant und ausgeführt werden, insbesondere unter brandschutztechnischen Gesichtspunkten. Beispielsweise müssen Hohlräume vermieden und Anschlüsse sicher und fachgerecht ausgeführt werden. Dann steht der Holzbau der Massivbauweise in nichts nach.

Ihre

Angela Trinkert