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Der Zimmermann 5.2019: … und dann kam der Brandschutz

Liebe Leserin, lieber Leser, so lautete die leicht genervte Anmerkung eines Zimmermeisters, als wir kürzlich über eine Baumaßnahme sprachen. Nachdem eine denkmalgerechte Sanierung fachgerecht durchgeplant worden war, wurde einiges wieder über den Haufen geworfen, weil das Büro, das für den Brandschutz verantwortlich war, Änderungen vorgab.

Angela Trinkert 2018
Angela Trinkert. Bild: Balsereit

Dem Brandschutz wird gerne vieles in die Schuhe geschoben, beispielsweise als Mitverursacher dafür, dass Flughäfen nicht fertig werden oder dass sich Sanierungen von Opernhäusern deutlich verteuern. Eben, dass der Brandschutz als bürokratisches Hindernis das Bauen kompliziert macht. Dabei machen eine Brandschutzplanung und die entsprechende Ausführung in vielen Fällen das Bauen erst möglich. Noch vor einigen Jahren stellten Holz als Baustoff und Brandschutz in den meisten Köpfen einen Widerspruch dar. Das hat sich erfreulicherweise geändert. Es ist richtig, dass Holz brennt, aber es ist nicht als Brandursache auszumachen. Ob ein Brand ausbricht, hängt nicht von den verwendeten Baustoffen ab, sondern von menschlichem oder technischem Versagen. Egal mit welchen Materialien gebaut wurde, die Schutzziele sind dieselben:

- Brandentstehung vorbeugen
- Brandausbreitung verhindern
- Rettung von Menschen und Tieren ermöglichen
- Löscharbeiten ermöglichen

Natürlich muss verbautes Holz im Brandfall vor Entzündung geschützt werden und es muss verhindert werden, dass Rauch und Feuer sich ausweiten. Deshalb ist für den Brandschutz im Holzbau eine Reihe baurechtlicher Vorgaben zu beachten.

Erfreulicherweise wurden in einigen Bundesländern die Landesbauordnungen inzwischen novelliert, und damit hat es sich vereinfacht, mehrgeschossig in Holz zu planen und zu bauen. Mehr dazu können Sie im Beitrag ab Seite 18 lesen.

Doch nicht nur baurechtliche Vorschriften haben sich geändert, sondern auch Produktnormen, die die Kennzeichnung und Bezeichnungen regeln. Damit wurden nicht nur Prüfverfahren modifiziert, was hauptsächlich herstellende Firmen betrifft, sondern es sind Begrifflichkeiten und Abkürzungen neu hinzugekommen, mit denen der Widerstand eines Bauteils gegen Brandbeanspruchung definiert wird. Der Artikel ab Seite 10 gibt einen Überblick, was welche Kennzeichnung von Bauelementen bezüglich Brandschutzanforderungen nun bedeutet.

Dass das Bauen mit Holz immer mehr Bedeutung gewinnt, ist auch neuen Produkten zu verdanken, die den mehrgeschossigen Holzbau brandschutztechnisch vereinfachen. Eins dieser weiterentwickelten Materialien stellt der Bericht ab Seite 14 vor.

Ich wünsche Ihnen eine nützliche Lektüre.

Ihre

Angela Trinkert
Redaktion Der Zimmermann
red.zimmermann@bruderverlag.de

Titel DZI 5.2019