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Der Zimmermann 6.2019: Von guter und von schlechter Stimmung

Liebe Leserin, lieber Leser, was war das für ein rauschender Kongress! Oder in Schulnoten ausgedrückt: Mit 1,0 bewerteten die Teilnehmerinnen die Tagung FrauenZimmer insgesamt.

Angela Trinkert 2018
Angela Trinkert. Bild: Balsereit

„Man kann es eigentlich nicht in Worte fassen, man muss es erleben, es ist unbeschreiblich!“, „Eine klasse Veranstaltung, um neue Netzwerke zu generieren, ungezwungen, unkompliziert, unheimlich bereichernd“ oder „Kraftvoll, bodenständig, wertvoll, mit viel Herzblut gemacht, von Frauen für Frauen“ sind nur einige der vielen positiven Eindrücke, mit denen die Teilnehmerinnen die Veranstaltung kommentieren. Ob Handwerkerinnen, Frauen, die gemeinsam mit ihren Ehemännern ein Unternehmen leiten, Geschäftsführerinnen oder Ingenieurinnen, alle waren begeistert und möchten beim nächsten Mal wieder kommen. Ideen für die Workshops des nächsten FrauenZimmers gibt es bereits zuhauf: Führung von Personal, Kommunikation in familiengeführten Unternehmen oder Digitalisierung können beispielsweise als Themenwünsche der Teilnehmerinnen aufgezählt werden. Wir lassen uns überraschen, was die Organisatorinnen der Rudolf Müller Mediengruppe für das nächste Mal aus dem Hut zaubern. Bis dahin können wir die Vorfreude genießen und beim Lesen des Nachberichts auf Seite 28 nochmal die wunderbare Stimmung aufkommen lassen.

Weniger gut ist die Stimmung derzeit zwischen den Verbänden der mineralischen und der Holzbauweise. Nachdem die Bauwirtschaft Baden-Württemberg und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau dem Land Baden-Württemberg wegen der im letzten Jahr beschlossenen Holzbau-Offensive mit einer Klage gedroht haben, äußerten sich jetzt verschiedene Holzbauverbände dazu.

Die Stellungnahme des Deutschen Holzwirtschaftsrats können Sie auf Seite 6 lesen. Das gemeinsame Statement „Klimaschutzziele erfordern nachhaltiges Bauen mit Holz“ von proHolzBW und Holzbau Baden-Württemberg finden Sie auf unserer Internetseite www.bauenmitholz.de. Ich kann mich nur der Meinung von Johannes Niedermeyer, Geschäftsführer des Holzbau Deutschland Instituts, anschließen. Im Newsletter des Informationsdienst Holz vom Mai merkte er an, „dass die eigentliche Zielsetzung, nämlich den stattfindenden Klimawandel mit allen Facetten der Wetterextreme ertragbarer zu gestalten, bei diesem Streit zunehmend in Vergessenheit gerät“. Er bezweifelt, „dass der Holzbau es allein schafft, mittels CO2-Einlagerungspotenzialen die Sünden der gesamten Bauwirtschaft zu kompensieren. Es sollten generell von Regierungen Anreize für nachhaltige und ressourceneffiziente Baumethoden geschaffen werden.“ Um den Klimawandel ausbremsen zu können, müssen alle schauen, welche Stellschauben sich verändern lassen, anstatt nur von den eigenen Interessen geleiteten Lobbyismus zu betreiben. Und das gilt nicht nur für die Baubranche, sondern lässt sich auf die Auto,- Verpackungs- oder Textilindustrie und auch auf kleine- und mittelständische Betriebe und uns als Vebraucherinnen und Verbraucher ausweiten.

Ich wünsche Ihnen eine nützliche Lektüre

Ihre

Angela Trinkert
Management Programm Der Zimmermann

a.trinkert@bruderverlag.de