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Der Zimmermann 6.2019: Wasser weg vom Bau

Selbst unter Fachleuten herrscht nach wie vor die weit verbreitete Ansicht, dass Holztragwerke direkt bewittert werden dürfen. Das hat sich in der Praxis nicht – allenfalls deutlich eingeschränkt – bestätigt. Im Gegenteil scheinen nur bauliche Maßnahmen in der Lage zu sein, tragende Holzkonstruktionen im Hochbau nachhaltig und dauerhaft vor einer Auffeuchtung und damit vor einem Befall mit und einer Schädigung durch holzzerstörende Pilze zu schützen.

Der Zimmermann 6.2019 Wasser weg vom Bau
Die Abdeckung schützt nicht ausreichend davor, dass Feuchte in die seitlichen Trockenrisse eindringt und sich holzzerstörende Pilze ansiedeln. Bild: Hans Schmidt

Pilze benötigen zum Keimen und zum Wachsen ausreichend Feuchtigkeit. Trockenes Holz hingegen wird von holzzerstörenden Pilzen nicht befallen. Durch Umsetzung der bewährten Regel: „Wasser weg vom Bau“ kann mit baulichen Maßnahmen dafür gesorgt werden, dass die Holzfeuchte nicht über 20 % ansteigt und den Fasersättigungsbereich des Holzes (≈ 30 %) jedenfalls nicht länger andauernd erreicht oder diesen sogar überschreitet.

Die Hoffnung der Beteiligten, dass Regenwasser schnell abfließt, die Oberfläche danach zügig abtrocknet und so eine andauernde Befeuchtung der Hölzer vermieden wird, wird durch die Erfahrungen an ausgeführten Objekten nicht bestätigt.

Holz arbeitet in Abhängigkeit vom Klima und bildet dabei Schwindrisse. In diese Risse dringt Oberflächenwasser ein und erhöht die Holzfeuchte auf ein unzuträgliches Maß. Nicht nur in Risse an der Oberseite der Hölzer dringt Wasser ein, sondern auch in waagerechte Risse an den senkrechten Seitenflächen.

Abdeckungen reichen nicht

Eine oberseitige Abdeckung (Bild 1) waagerechter Hölzer verhindert zwar das Eindringen von Wasser in oberseitige Risse, nicht aber in die seitlichen Risse, da die Abdeckung regelmäßig nicht so weit übersteht (Bild 2 links), dass eine nachhaltige Befeuchtung ausgeschlossen wird. Über seitliche Risse kommt es erfahrungsgemäß trotz oberseitiger Abdeckung zu einer unzuträglichen Erhöhung der Holzfeuchte und in deren Folge zu einem Befall durch holzzerstörende Pilze. Die Befeuchtung erfolgt durch Eindringen von Nässe in nach oben offene Risse, aber auch in sonstige Risse.

Der Zimmermann 6.2019 Titel

Deren Kapillarität sorgt dafür, dass das Wasser bis in die Tiefe dringt. Dort wird das Wasser kapillar gehalten und dringt hygroskopisch in die Holzfasern ein. Aus denen kann es nur über Diffusion wieder an die Luft abgegeben werden. Je tiefer das Holz gerissen ist, desto mehr Zeit benötigt das Wasser für den Weg nach draußen. Wenn in der Zwischenzeit erneut Wasser in die Risse gelangt –, und damit muss in unseren Breitengraden immer gerechnet werden – dann kommt es zu einer andauernden Erhöhung der Holzfeuchte bis deutlich über den Fasersättigungsbereich. Mit dem Wasser sind in der Luft vorhandene Pilzsporen bis in die Tiefe der Risse transportiert worden.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Der Zimmermann 6.2019

Autor: Hans Schmidt