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Deutscher Baugewerbetag in Berlin: Gemeinsam mit voller Kraft aus der Krise

„Die Bauwirtschaft hat die Herausforderungen aus der Corona-Pandemie bisher gut gemeistert. Sie hat als wichtige Branche in entscheidendem Maße die Konjunktur gestützt. Nun kommt es darauf an, für das kommende Jahr 2021 die richtigen Weichen zu stellen und die konstante Auftragsvergabe zu sichern“, erklärte der Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), Reinhard Quast, im Rahmen des Deutschen Baugewerbetags in Berlin.

Deutscher Baugewerbetag 2020
Bedingt durch die Corona-Pandemie fand das Spitzentreffen der Bauwirtschaft erstmals in komplett digitaler Form statt.

Quast fordert die öffentliche Hand auf, angesichts der besonderen Herausforderung ihre Bauherrenfunktion wahrzunehmen. „Der kommunale Investitionsstau in Schulen, Kitas und kommunale Straßen steht seit Jahren bei fast 100 Mrd. Euro fest. Jetzt ist der Zeitpunkt, kräftig zu investieren und die wegbrechenden Aufträge im Wirtschaftsbau auszugleichen. Die Baubranche mit ihren starken mittelständischen Unternehmen ist noch in guter Form – die öffentliche Hand muss ein Interesse daran haben, diesen Zustand zu erhalten“, appellierte Quast in Richtung Politik. Neben Olaf Scholz, Vizekanzler und Bundesfinanzminister, waren auch die Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktion von CDU/CSU und Bündnis90/Die Grünen, Ralph Brinkhaus und Anton Hofreiter, zu Gast beim größten Verband der Baubranche. 

Starker Partner für die Klimawende

„Die Bauwirtschaft ist ein starker Partner für die Klimawende. Dabei müssen nachhaltiges, wertbeständiges und sozialverträgliches Bauen zusammengebracht werden“, führte Quast mit Blick auf die aktuelle politische Debatte um eine nachhaltige Politik und schärfere Klimaschutzziele aus. Er verwies auf die zukünftigen Konfliktlinien: Wer kostengünstig bauen will, darf die ökologische Messlatte nicht beliebig weit nach oben schieben. Der ZDB-Präsident machte darüber hinaus auf den Handlungsbedarf beim Thema energetische Gebäudesanierung aufmerksam: „Wir haben eine Sanierungsquote von einem knappen Prozent. Um die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen, müsste diese aber zwischen mindestens verdoppelt werden. Dafür braucht es starke Anreize.“ 

„Was wir vor allem brauchen sind Aufträge: Aufträge, Wohnungen, Schulen, Kindergärten, Straßen, Kanäle und Häuser zu sanieren und zu bauen. Wenn die öffentliche Hand ihre notwendigen Investitionen in die Tat umsetzt, wird die Bauwirtschaft auch in 2021 die Konjunkturlokomotive bleiben“, so Quast abschließend. 

Bedingt durch die Corona-Pandemie fand das Spitzentreffen der Bauwirtschaft erstmals in komplett digitaler Form statt. Bundesweit verfolgten zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Interessierte die Veranstaltung im Livestream.