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Drei Tage Gutex live: Holzfaserdämmung in Theorie und Praxis

Abstand halten und sich trotzdem begegnen und vernetzen: Unter diesem Motto öffneten sich letzte Woche bei Gutex virtuell die Türen, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Produktion in Waldshut-Tiengen sowie die Produkte und Systeme vorzustellen. Über 2.000 Interessierte verfolgten den Live-Stream auf YouTube und erhielten umfassende Einblicke in die Welt der Holzfaserdämmstoffe.

Gutex Live
Live und aus der Praxis berichteten Prof. Dipl.-Ing. Architekt Ludger Dederich (mitte) und Rainer Blum, Leite Anwendungstechnik (rechts). Moderation: Monika Studinger. Foto: Gutex

Mitte Januar zog ein Teil des Gutex Teams ins Studio und sendete live aus dem Schwarzwald. Gleich am ersten Tag bekamen die Zuschauer mit einer virtuellen Führung durch das Werk und die Produktion am Standort Gutenburg in Waldshut-Tiengen einen unmittelbaren Einblick ins Unternehmen. Seit 1932 produziert das Unternehmen hier Holzfaserdämmstoffe auf vier Anlagen rund um die Uhr jährlich etwa 800.000 m3 Hochleistungsdämmstoffe für Dach, Fassade und Ausbau gefertigt. Der Umsatz lag 2020 bei rund 95 Mio. Euro. 220 Mitarbeiter beschäftigt das in der 4. Generation geführte Familienunternehmen. Einige von ihnen konnten die Zuschauer im Gespräch mit der Moderatorin Monika Studinger, in den verschiedenen Einspielfilmen und bei der individuellen Fachberatung im Live-Chat persönlich kennenlernen oder wiedertreffen. So stelltenh die Anwendungstechniker Michel Schäfer, Moritz Heinicke und Philipp Benz an Tag 2 das Produktportfolio an Holzfaserdämmplatten, - matten und Einblasdämmung sowie die typischen Anwendungsbereiche an Dach, Fassade und im Ausbau vor.

Konstruktionen für die Bauaufgaben von morgen

Inspirierend waren auch die Erfahrungsberichte aus der Praxis. Am letzten Live-Tag berichteten Prof. Dipl.- Ing. Architekt Ludger Dederich (Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg) im Gespräch mit Rainer Blum, Leiter Gutex Anwendungstechnik sowie Herbert Duttlinger, Technischer Geschäftsführer Holzbau Bruno Kaiser über die Einsatzmöglichkeiten von Holzfaserdämmplatten im mehrgeschossigen Bauen bis zur Hochhausgrenze.

Für Prof. Ludger Dederich empfiehlt sich der Holzbau als leichte, schnelle und trockene Bauweise gerade für den Wohnungsbau zum Beispiel bei Nachverdichtungen und Aufstockungen. So entstehen wohngesunde, natürliche und werthaltige Lebensräume, die zudem mit Holz als Baustoff Kohlenstoffspeicher sind und zum Klimaschutz beitragen. „Holzfaserdämmstoffe sind hier der Deckel auf dem Topf“, ergänzt Rainer Blum, weil sie mit ihrem diffusionsoffenen Charakter die Fassade zu einem bauphysikalisch robusten und hochenergetischen Bauteil machen, das Wärme und Feuchte speichern kann. Das bauphysikalisch träge Verhalten von Holzfaserdämmstoffen wirkt sich auch beim Brandschutz positiv aus. So brennen diese eher schlecht und langsam und somit kontrollierbar ab und können so je nach Dämmstoffdicke aktiv die Brandwiderstandsdauer beeinflussen. „F30, F60, F90 Feuerwiderstand mit Holzfaser zu erreichen sind also überhaupt kein Hexenwerk“, so Dederich.

Gutex Live
Tage Gutex live. Insgesamt 2.000 Zuschauer verfolgten das Online-Event auf YouTube. Foto: Gutex

Mit Pyroresist gibt es neben den herkömmlichen, normal entflammbaren Holzfaserdämmstoffen nun erstmals eine schwer entflammbare und nicht glimmende Holzfaserdämmplatte. So lassen sich in Neubau wie in der Sanierung holzfaserbasierte Wärmedämmverbundsysteme und vorgehängte Fassadenkonstruktionen sicher auch für Gebäudeklasse 4 und 5 realisieren. Ein „kleiner Baustein mit deutlicher Wirkung“, resümiert Prof. Dederich. Aktuell verwendet Holzbau Bruno Kaiser die Platte beim achtgeschossigen Wohn- und Gewerbebau Buggi 52 in Freiburg. Das deutschlandweit einmalige Projekt ist eine Kombination aus Holzrahmen- und Brettsperrholzkonstruktion, das vom Treppen- und Aufzugsschacht aus Holz bis zur Fassade aus heimischer Weißtanne und Pyroresist Holzfaserdämmung vollkommen die ökologischen Ziele, die zukünftig an alle Gebäude gestellt werden sollten, erfüllt.