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Fachkräftemangel: 45.000 Stellen bleiben unbesetzt

Die Zahl der der offenen Stellen hat in Baden-Württemberg mit 45.000 einen neuen Höchststand erreicht. Die Personalsuche im Handwerk gestalte sich auch deswegen immer schwieriger. Und knapp jeder dritte Betrieb im Land (31 Prozent) will in den kommenden zwölf Monaten Personal einstellen.

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„Nur ein Bündel von Maßnahmen kann langfristig positive Effekte zeigen." Bild: BAUEN MIT HOLZ

Im Vergleich zu 2015 und 2011 hat sich die Personalsuche nochmals deutlich verschärft, teilte der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) mit. Rund 70 Prozent der befragten Betriebe, die offene Stellen hatten, gaben an, dass geeignetes Personal trotz intensiver Suche nicht zu finden war. Ein gutes Viertel (27 Prozent) musste längere Zeit suchen. Nur noch wenige (2,5 Prozent) der Befragten konnten Mitarbeiter problemlos ersetzen oder ergänzen. Reichhold: „Das Hauptproblem für eine Stellenbesetzung heißt ganz klar, überhaupt einen Bewerber zu finden.“ Dies trifft auf drei von vier Betrieben zu. An zweiter Stelle (58 Prozent) standen die Qualifikationen der Bewerber, die nicht den Anforderungen entsprachen und knapp die Hälfte der Betriebe (46 Prozent) nannte die hohe Wettbewerbssituation mit anderen Unternehmen als zentrales Problem. Unrealistische, zu hohe Gehaltsforderungen oder nicht mobile Bewerber, waren mit einer Nennung von 18 Prozent bzw. 16 Prozent weniger problematisch.

„Nur ein Bündel von Maßnahmen kann langfristig positive Effekte zeigen“, betonte Reichhold weiter. Im Zuge des von Wirtschaftsministerium und Handwerkstag gemeinsam initiierten Projektes „Dialog und Perspektive Handwerk 2025“ hat die Handwerksorganisation eine Personaloffensive mit dem Ziel gestartet, die Betriebe bei der Umsetzung von Maßnahmen der Personalentwicklung, der Nachwuchs- und Mitarbeitersuche und Nachfolgeplanung zu begleiten. Beispielsweise stellten sich die Betriebe darauf ein, mit älteren Beschäftigten ihre Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit zu erhalten und auch für Nachwuchskräfte attraktive Arbeitsbedingungen zu entwickeln. Auch Zuwanderung könne einen Beitrag leisten, das Angebot an Arbeitskräften zu erhöhen. Nicht zuletzt müsse die Politik die richtigen Rahmenbedingungen auch speziell für den ländlichen Raum setzen. Denn jeder zweite Handwerksbetrieb habe dort seinen Standort und schaffe Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie Wertschöpfung vor Ort. Hier gebe es viel zu tun: „Wohnortnahe Beschulung, schnelles Internet und gute Mobilität sind nur drei Stichworte.“