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Serielles Bauen: Fertigbäder aus Holz

Das Team bei smart cube stellt serielle Fertigbad-Module aus Holz her. Vertriebsleiter Sebastian Langer zeigt auf, welche Rolle der Rohstoff in der Fertigbadproduktion einnimmt. Warum er in dem Bad aus Holz die Zukunft sieht, erfahren Sie im Interview.

SmartCube Fertigbad
Foto: Jürgen Braun

Herr Langer, Sie sind Vertriebseiter bei smart cube, wo steht das Fertigbad aus Holz in seiner Entwicklung?

Die Idee des Fertigbades kommt ursprünglich aus dem Schiffs- und Yachtbau, dort werden die Kabinen seit über 30 Jahren mit vorproduzierten Bädern ausgestattet. Historisch wurde schon damals ein hohes Maß an Vorfertigung realisiert. Diese Vorgehensweise kommt inzwischen auch in der Baubranche mehr und mehr zum Einsatz, zum Beispiel im Wohnungsbau, beim Bau von Studierendenwohnheimen oder Sozialbauprojekten. Hinter unseren Fertigbädern steckt internationales Know-how und ein starkes Team, welches nicht müde wird die Vorteile dieser Bauweise weiter zu entwickeln. Damit sind wir bereits heute schneller und qualitativ besser als andere handwerkliche Betriebe. Wir produzieren alles aus einer Hand und das überzeugt vor allem bei Großprojekten, hier schaffen wir bereits heute die Bad-Infrastruktur der Zukunft.

Welche Besonderheiten sind beim Baustoff zu beachten?

Holz lässt sich generell sehr präzise verarbeiten, das ist ein enormer Vorteil, der uns den Raum für eine hohe Flexibilität ermöglicht. Dadurch können wir die Anforderungen unserer Kunden zum Beispiel in der Form ihres geforderten Grundrisses umsetzen und die Bäder nach individuellen Kundenwünschen gestalten. Holz ist nicht gleich Holz, wir bei smart cube – produzieren aus massivem Brettsperrholz . Unsere Kunden sind immer wieder neu beeindruckt, wie gut Holz und Wasser im Zusammenspiel funktionieren. 

SmartCube Fertigbad
Foto: Jürgen Braun

Waren die Techniken des Schiffsbaus so stark prägend für die modulare Holzbauweise und was meinen Sie mit dem Zusammenspiel von Holz und Wasser?

Diese über mehrere Jahrhunderte gängige Bauart beweist aus meiner Sicht vor allem einen Fakt, dass Holz und Wasser perfekt harmonieren. Im Zusammenspiel nimmt Holz durch Sorption Wasser aus der Luft oder gibt über Desorption Wasser an die Luft ab. Mithilfe dieses chemischen Vorgangs reguliert Holz die Raumfeuchte und schafft dadurch ein gesundes Raumklima. Eine Abdichtung der Fertigbäder muss selbstverständlich trotzdem sein. Diese erfolgt nach DIN-Norm 18534 , sie wird ebenso im konventionellen Bau durchgeführt: Eine Wannenausbildung schützt die Konstruktion hierbei vor Wasser.

Wenn zwei Naturprodukte im Einsatz sind, dann klingt das auf Anhieb sehr klimafreundlich. Wie nachhaltig ist diese Bauweise?

Die Bauweise ist sehr nachhaltig. Das Thema der nachhaltigen und wiederverwendbaren Baustoffe wird in Zeiten von Rohstoffknappheit, Klimaerwärmung und Co2-Emissionen immer akuter. Das ist aus meiner Sicht der triftigste Grund, bei der Rohstoffwahl auf den Werkstoff Holz zu setzen, zum Beispiel speichert eine Tonne Holz etwa 1,2 Tonnen Co2 dagegen setzt eine Tonne Beton etwa 1,3 Tonnen Co2 frei. Ich sehe für mich persönlich einen tieferen Sinn darin, Bauunternehmen stärker auf Holz und für eine nachhaltige Bauweise zu sensibilisieren. Schließlich sollte es unser aller Ziel sein, unsere Gebäude nachhaltiger zu gestalten. Darum kann es aus meiner Sicht keinen klimafreundlicheren Rohstoff für Bäder geben, als der nachwachsende Rohstoff Holz.

SmartCube Fertigbad
Foto: Jürgen Braun

Sie stellen Ihre Bäder aus Kreuzlagenholz her - was können wir uns darunter vorstellen?

Lassen Sie mich für die Erklärung kurz etwas ausholen, bei der Stoffdichte gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Baustoffen. Als Beispiel ist Beton zu nennen, der eine Dichte von etwa 2.500 kg/m³ aufweist, im Vergleich dazu hat Nadelholz C24 lediglich eine Dichte von etwa500 kg/m³. Im Fach nennen wir das eine Leichtbauweise. Unser Kreuzlagenholz bei smart cube wird aus Nadelholz, vornehmlich aus Fichte, hergestellt. So können die Fertigbäder einfach mit Kränen transportiert und auch bei gering belastbaren Untergründen verwendet werden. Konkret bedeutet das, dass ein Fertigbad aus Holz in der Grundkonstruktion nur 1/5 vom Gewicht eines Baugleichen Fertigbads aus Beton aufweist.

Sie meinten, dass die Bäder als ganze Module produziert werden, können Sie uns noch genauere Einblicke in den Wandaufbau geben?

Der Entwicklungsprozess des Wandaufbaus war eine Herausforderung. Im Wandbereich verwenden wir für den Kubus 60 mm starkes Brettsperrholz als Grundkonstruktion. Im Innenbereich arbeiten wir mit drei Schutzschichten. Als erste Schicht verwenden wir eine spezielle Gipsplatte mit imprägniertem Gipskern, die zweite Schicht dient im Spriztwasserbereich als Trennschicht und damit als doppelten Schutz. Die dritte Schicht wird je nach Kundenwunsch mit Fliesen oder Aluverbundplatten belegt, das sind bekannte und bewährte Materialien. Unsere Experten haben in diesem Entwicklungsprozess ihr ganzes Know How und ihre Erfahrung eingebracht, damit haben sie wesentlich dazu beigetragen, dass wir unseren Kunden einen Qualitätsstandart bieten können, der sich in Summe in der Branche abhebt: Unsere Badmodule sind technisch und qualitativ auf dem neuesten Stand und optimal für eine Serienfertigung geeignet.

SmartCube Fertigbad Sebastian Langer
Sebastian Langer. Foto: Smart Cube

Wie wird die Versorgung mit Strom, Wasser und Elektrik über die Module gelöst?

Raffiniert triff die Beschreibung des Zusammenspiels von Strom, Wasser und Elektrik ganz gut. Ich persönlich finde diesen Bereich besonders spannend, denn hier muss einfach alles passen und ausgeklügelt sein. Wir sehen unsere Fertigbäder als „Technikbad“ das heißt unsere Fertigbäder stellen alles zur Verfügung, was für das Betreiben eines modernen Bades benötigt wird. Somit können wir den Versorgungstrang direkt im Bad integrieren. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter und versorgen die gesamte Wohneinheit mit Wasser, Strom, Elektrik und Be- und Entlüftung. Damit ist das Bad die Schaltzentrale in der Wohnung.

Wie lautet Ihr ganz persönliches Resümee als Experte?

Im modularen Bauen speziell bei unseren Bädern, überzeugt mich der Rohstoff Holz auf sämtlichen Ebenen: Ökonomisch gesehen sind wir schneller, effizienter und durch die serielle Herstellung preislich attraktiver. Ökologisch gesehen produzieren wir mit einem nachwachsenden Rohstoff im höchsten Maße nachhaltig. Zusammengefasst sind wir mit dieser Bauweise für unsere Kunden flexibler, schneller, liefern aus einer Hand und sind einfach qualitativ besser, wenn es um Bäder der Zukunft geht.

Herr Langer, herzlichen Dank für das Interview!