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FrauenZimmer: Erzähl's doch deiner Oma

Netzwerken, Workshops und ein alles umfassender Wohlfühlfaktor: Vom 9. bis 11. Mai 2019 standen wieder die Frauen des Zimmerer- und Dachdeckerhandwerks im Mittelpunkt. Geboten wurde ein ausgewogenes Programm aus Information und aktivem Mitmachen. Am Ende gab es Standing Ovations gepaart mit der einhelligen Meinung: Bitte weiter so!

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Ein ungewöhnlicher Tagungsort für ungewöhnliche Frauen: Die Fabrik 23 mitten in Berlin bot authentische Industrieatmosphäre, in der es sich ungezwungen netzwerken und austauschen ließ. Bild: www.frauenzimmer.live

Der Mensch neigt dazu, zu viel nachzudenken und Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus zu treffen. Einfach machen – das hingegen war verbindendes Element der Veranstaltung FrauenZimmer, die in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfand und 60 Teilnehmerinnen nach Berlin lockte. In insgesamt fünf Workshops in der Fabrik 23 und dem Abion Hotel erfuhren die Teilnehmerinnen nicht nur allerhand Wissenswertes für ihren Arbeitsalltag, sondern nutzen die Veranstaltung auch für ausgiebiges Networking und lebhaften Austausch unter Kolleginnen und Gleichgesinnten.

Videomarketing für Eilige

Natürlichkeit siegt – das gilt auch und besonders im Berufsleben. Heide Merkel und Cornelia Lässing, beide bei Moll bauökologische Produkte GmbH für Presse und digitale Medien verantwortlich, präsentierten in Ihrem Videoworkshop sieben Schüssel für erfolgreiche Videos. Einer davon lautete: „Sag es so, wie Du es Deiner Oma erzählen würdest. Dann formulierst Du automatisch einfach und deutlich. “

Die elementarste Erkenntnis, die beide den Frauen mitgaben: „Der Inhalt ist wichtiger als Technik – also einfach loslegen und machen. Ein informatives Video ist wie ein gutes Kundengespräch, und die beste Kamera ist die, die man dabei hat.“ Mit dem Smartphone lassen sich authentische und erstaunlich gute Videos drehen, wie die Teilnehmerinnen dann im Selbstversuch erst verhalten, dann mit wachsender Begeisterung herausfinden durften. Und hinterher feststellten: Echtsein ist das neue Perfekt.

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Starke Frauen aus dem Zimmerer- und Dachdeckerhandwerk als Botschafterinnen des FrauenZimmers (v.l.n.r.): Nadine Jülg-Schenkel, Marlen Schlosser, Margit Aicher, Daniela Baisch, Brigitte Latsch und Nicole Düppe. Bild: www.frauenzimmer.live

Gute Personalarbeit wirkt. Schlechte auch.
Strategie und Personalexpertin Astrid Braun-Höller vermittelte in ihrem Workshop „Suchen Sie noch? Oder werden Sie schon gefunden?“ Methoden, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und mit pfiffigen Strategien die besten Talente zu finden und zu binden. „Über Sie wird gesprochen – ob Sie es wollen oder nicht.“
Sie rät daher, sich eine Marke zu machen und diese zu definieren, bevor es andere tun. Und dabei seien die eigenen Mitarbeiter oft der Schlüssel zum Erfolg, wenn es darum geht, Optimierungspotenziale zu finden und so herauszufinden, was man als Arbeitgeber besser machen kann.
Dass auch eine gelungene Website ein Schlüssel zum Erfolg ist, bewies Christina Diehl. Ihr Workshop „Ihre Website als Aushängeschild“ vermittelte den Teilnehmerinnen, wie sie ihr Unternehmen erfolgreich im Internet präsentieren. „Bevor Sie eine neue Website in Auftrag geben, sollten Sie sich klar sein, was Ihr primäres Ziel ist. Ich will eine neue Website haben, reicht dabei als Zielsetzung nicht aus“, riet die Digital Managerin der Rudolf Müller Mediengruppe. Fast noch wichtiger: Was sollte man bei der Websitegestaltung tunlichst vermeiden, damit die eigene Internetseite nicht als Abschreckung für potenzielle Kunden dient? Praktische Beispiele direkt aus dem Netzt zeigten anschaulich, wie es nicht aussehen sollte.
Sich einfach mal die Zeit nehmen und machen - nämlich Entspannungsübungen für mehr Kraft im Alltag - das empfahl Yogalehrerin Iris Fischedick in Ihrem Workshop „Gönn dir eine Atempause“. Anhand kurzer Übungen zeigte sie, wie sich die Teilnehmerinnen in fünf Minuten am Arbeitsplatz entspannen können, ohne gleich die Yogamatte auspacken oder die Kobra machen zu müssen.

Du hast nur 1 Leben
Nicht entspannen sollte man sich hingegen beim Thema Arbeitssicherheit. „Einzeln sind wir stark, gemeinsam unschlagbar“, so das Credo von Manuela Wiesner, Aufsichtsperson der BG BAU. Um die Arbeitsplätze am Bau sicherer zu machen, müssen alle zusammenarbeiten: Unternehmen, Beschäftigte und BG BAU. Am praktischen Beispiel stellte sie die Wichtigkeit des Arbeitsschutzes dar, erläuterte verschiedene Varianten der persönlichen Schutzausrüstung und betonte die Wichtigkeit des UV-Schutzes, der neben Sonnencreme auch aus langärmeliger Kleidung und einem Nackenschutz bestehen sollte. „Es wird nie Null Unfälle auf der Baustelle geben. Aber jeder Unfall ist ein Unfall zu viel“.

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Im Workshop „Ein Leben“ wurde am praktischen Beispiel die Persönliche Schutzausrüstung demonstriert. Bild: www.frauenzimmer.live

Was erlauben Sie sich?
Einfach gemacht hat Bestsellerautorin Meike Winnemuth auch etwas - und zwar eine Weltreise, von der sie auf der Abendveranstaltung in den Berliner Bridge Studios am ersten Tag des Kongresses in einem launigen Vortrag berichtete. Unter dem Motto „Was erlauben Sie sich? Über das Recht auf ein Leben nach eigenen Regeln“ ermutigte sie die Frauen, sich selbst etwas zu erlauben und sich nicht von echten oder eingebildeten Zwängen einschränken zu lassen.
Sie selber erlaubte sich diese lang ersehnte Reise mit einem Geldgewinn, stellte aber hinterher fest, dass sie diesen Gewinn dafür gar nicht gebraucht hätte. Einfach machen hätte gereicht.


FrauenZimmer

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Die beiden Referentinnen Cornelia Lässing und Heide Merkel, bei Moll bauökologische Produkte GmbH für Presse und digitale Medien verantwortlich, haben nicht nur einen tollen Workshop gestaltet, sondern auch auf der Facebookseite von FrauenZimmer live und quasi lückenlos vom Kongress berichtet. Auf dem YouTube-Kanal von FrauenZimmer und auf www.frauenzimmer.live finden Sie viele weitere Impressionen, Bilder und Interviews. Reinschauen lohnt sich!