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Hallenbau: 97 m x 114 m x 12 m Baubuche

Die SWG Produktion Schraubenwerk Gaisbach GmbH in Waldenburg baut auf einer Fläche von 12.800 m² eine Produktionshalle 97 m auf 114 m und einer Höhe von rund zwölf Metern. Daran anschließen wird ein dreigeschossiges Büro- und Ausstellungsgebäude, das eine Brücke mit der Halle verbindet. Jetzt steht der Holzbau mit Baubuche.

2019-08-22 (9)

Entworfen hat das Gebäudeensemble Hermann Kaufmann, weltweit gefragter Architekt für zeitlose und moderne Holzarchitektur. Für das elegante Dachtragwerk der fünfschiffigen Halle hat der Architekt aus Vorarlberg, Österreich speziell verklebtes Buchenholz (BuchenFurnierschichtholz), sogenannte BauBuche, gewählt.

Die Halle gliedert sich mit 70 Prozent in einen Fertigungs- und Logistikbereich, mit 20 Prozent in einen Bereich für Werkzeug und Werkzeugbau sowie Lagerflächen für Rohmaterial wie Draht. Überspannt wird das Ganze von einem Dach mit kammartiger Struktur, was für viel Tageslicht im Innern sorgt. Die Materialwahl Holz für das Tragwerk sowie Blech und Metall für die Fassade soll einerseits das Tätigkeitsfeld der SWG Produktion und die Einsatzgebiete der Schrauben für den Holz- und Metallbereich widerspiegeln. Andererseits stellte bei der Wahl des nachwachsenden Baustoffs die Nachhaltigkeit einen maßgebenden Aspekt dar: Durch den hohen Einsatz von Laub- und Nadelholz will das Unternehmen einen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes leisten.


Wenige Stützen für maximale Flexibilität innerhalb der Halle

Um über lange Zeit eine hohe Flexibilität in der Produktion zu gewährleisten, galt es die Zahl der Stützen in der Halle auf ein Minimum zu reduzieren, woraus sich Spannweiten von bis zu 42 m ergeben haben. Unter diesen Bedingungen konnte der Entwurf, der ein filigranes Tragwerk vorsieht, nur mit dem hochtragfähigen Buchenholz-Werkstoff realisiert werden. Andere Baustoffe wie Spannbeton oder Stahl wären zu klobig, zu schwer und insgesamt zu teuer ausgefallen. Mit BauBuche ließ sich nicht nur der architektonische Entwurf optimal umsetzen, sondern auch die benötigte Holzmenge ressourcenschonend auf ein Minimum reduzieren. Insgesamt werden etwa 1.800 m3 Holz verbaut. Dies bedeutet eine CO2- Einsparung von rund 3.600 Tonnen gegenüber einer konventionellen Bauweise – bezogen auf eine Nutzungsdauer von 50 Jahren. Die Verwendung heimischer Hölzer hat schließlich noch den Effekt der lokalen Wertschöpfung.

SWG Schlosser Halle Baubuche

Mit der Vorfertigung, Anlieferung und Montage des Holzbaus hat die SWG Produktion die Firma Schlosser in Jagstzell beauftragt. "Um die Fachwerkbinder mit einer Spannweite von 82 Metern zu fixieren war eine besonders durchdachte Konstruktion notwendig. Zur technischen Konstruktion wurden mehrere Entwürfe ausgearbeitet und angewandt, bis eine fachgerechte Lösung gefunden war. Das Ergebnis: Ein ausgesprochen tragfähiges Fachwerkverbund System. Die Konstruktionsphase brachte dabei stets neue Herausforderungen mit sich. Für die Vorbohrungen konnten beispielsweise keine konventionellen Bohrer verwendet werden, da diese aufgrund des sehr harten Holzes zu schnell überhitzten. Infolge verschiedener Labortests wurden die Werkzeuge präzise auf das Material abgestimmt", so Geschäftsführer Josef SChlosser Schlosser.



   

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