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Zimmerer- und Ausbaugewerbes Kassel : "Wir bieten zurzeit in Teilbereichen auch Video unterstützten Unterricht an"

Helmhard Neuenhagen, Geschäftsführer des Bundesbildungszentrums des Zimmerer- und Ausbaugewerbes gGmbH in Kassel beantwortet unsere Fragen zur Situation im Bundesbildungszentrum.

Helmhard Neuenhagen, Geschäftsführer des Bundesbildungszentrums des Zimmerer- und Ausbaugewerbes gGmbH in Kassel
Helmhard Neuenhagen, Geschäftsführer des Bundesbildungszentrums des Zimmerer- und Ausbaugewerbes gGmbH in Kassel. Foto: Der Zimmermann

Wir haben seit Montag, den 16.3.2020 den kompletten Lehrbetrieb, das heißt Ausbildung sowie Weiterbildung, eingestellt. Die Auszubildenden müssen, soweit ihre Betriebe noch tätig sind, wieder in den Betrieben arbeiten. Falls wir ab dem 20. April den Lehrbetrieb wieder aufnehmen können, planen wir einen Teil der ausgefallenen Ausbildungstage im Sommer nachzuholen. Dafür werden die drei Wochen Betriebsferien im Juli gestrichen und die Zwischen- sowie Abschlussprüfungen soweit möglich und notwendig verschoben. Eine vollständige Kompensation ist jedoch in Folge der begrenzten personellen und räumlichen Kapazitäten nicht möglich.

Im Bereich der Weiterbildung sind alle angesetzten Prüfungen bis Ende April gestrichen. Wir versuchen einen Teil der ausgefallen Unterrichtseinheiten ab 20. April wieder einzuarbeiten. Dies geschieht durch Verlängerung der Kurse um etwa drei Wochen und Samstagsunterricht.

Wir bieten zurzeit in Teilbereichen auch Video unterstützten Unterricht an, jedoch nur als Ergänzung und nicht als Ersatz des Präsenzunterrichtes. Eine kurzfristige Umstellung des gesamten Unterrichtes auf Video oder online ist kurzfristig nicht möglich. Zudem können bestimmte Lehrinhalte, wie Projektarbeiten am Objekt im Restaurator Kurs oder Praxis in der Dachdeckermeisterausbildung nicht durch online-tools ersetzt werden.

Einen Plan B, falls die Coronakrise länger andauert, gibt es von unserer Seite noch nicht, da wir aktuell noch davon ausgehen, dass wir ab 20. April die Ausbildung wieder aufnehmen können. Falls dies nicht der Fall seien sollte kann ein Plan B nicht allein von den Bildungszentren erstellt werden, dann müssen alle Betroffenen – Ausbildungsbetriebe über die Fachverbände, Ausbildungsstätten und Prüfungsausschüsse über die Kammern – gemeinsam nach Lösungen suchen. In diesem Fall muss auch konkret über eine wirtschaftliche Stützung der Ausbildungsstätten nachgedacht werden.