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Holz-Hybrid-Hochhaus: Der Schwarzwald kommt in die Stadt

Die Baugenossenschaft Arlinger plant ein Holz-Hybrid-Hochhaus Carl am westlichen Stadteingang von Pforzheim. Verbaut wird heimisches Holz.

Carl
Das Gebäude ist als Holz-Hybrid-Haus konzipiert. Foto: Peter W. Schmidt Architekten

Die wirtschaftliche Geschichte des Nordschwarzwalds ist eng verknüpft mit der Holzgewinnung. Gleichwohl spielte in dieser Region der Baustoff Holz beim Geschosswohnungsbau bislang keine nennenswerte Rolle. Als Pilotprojekt könnte nun Carl zu einer Trendwende beitragen.

Das Haus samt den benachbarten, zum Ensemble gehörenden Baukörpern wird 73 Wohnungen mit über 5.000 qm an qualitativ hochwertigem Wohnraum bieten. Die Kindertagesstätte für etwa 100 Kinder wird sich im 5-geschossigen Gebäude neben Carl befinden und über eine großzügige Gartenfläche verfügen.

Das Gebäude ist als Holz-Hybrid-Haus konzipiert. Verwendet werden überwiegend Brettschichtholz und Vollholzbalken mit hoher Dichte. Carl wird ein Energieeffizienz-Haus mit KfW-Standard 55. Im Sinne eines durchgängig glaubwürdigen Projekts wird man dem Hochhaus auch von außen sein „hölzernes Wesen“ ansehen. Es geht aber weniger um die Fassade, als um die tragende Konstruktion. Hier wird vor allem heimisches Holz verbaut. Und im Innern gibt es reichlich Holz zu sehen, zu spüren und zu erleben.

Der Zeitplan sieht den Baubeginn für Frühjahr 2020 vor, die Fertigstellung ist auf Ende 2021 terminiert. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) sowie voraussichtlich die EU begleiten das Projekt als Partner und Förderer.

Ökologie und Nachhaltigkeit
Zement- und Stahlproduktion zeichnen verantwortlich für einen erheblichen Anteil unseres Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes. Holz dagegen ist klimaneutral. Beim Arlinger-Projekt CARL wird die CO2-Einsparung gegenüber einem konventionell gebauten Gebäude mit 2.000 t CO2 beziffert. Holz ist reichlich vorhanden. Wälder in Deutschland werden seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschaftet. Das bedeutet: Die Waldflächen nehmen insgesamt zu. Die Holzmenge, die für das Arlinger-Projekt benötigt wird, wächst deutschlandweit in weniger als 5 Minuten nach. Auch die Wasserbilanz von Holz ist exzellent im Vergleich mit den substituierten Baustoffen wie Beton, Mauersteinen, Stahl, Aluminium und Kunststoff. Und Holz ist zu 100 Prozent recycelbar.

Fact Sheet: Carl-Hölzle-Straße „CARL“

 

·         Hochhaus in Holzhybrid-Bauweise

 

·         14 Geschosse mit insgesamt 45 Meter Höhe

·         5.020 m² Grundstücksfläche

 

·         Holz in der Tragwerkskonstruktion und an der Fassade

·         Insgesamt  73 Mietwohnungen mit einer Wohnfläche von 65 bis 115 m²
(38 Dreizimmerwohnungen und 35 Zweizimmerwohnungen);
davon 37 Mietwohnungen im Hochhaus und 36 Mietwohnungen in den beiden anderen Gebäuden

 

·         Gemeinsame Tiefgarage mit 72 Stellplätzen, zusätzlich16 oberirdische Stellplätze

·         rund 30 Millionen Euro Gesamtinvestitionsvolumen

·         alle Wohnungen des Hochhauses mit Smart Home ausgestattet

·         6-gruppige Kindertagesstätte in einem der anderen Gebäude mit einer Fläche von ca. 930 m²

·         Bäckerei/Café im Erdgeschoss des Hochhauses

·         Holzkonstruktion reduziert die Graue Emission um ca. 60 %