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Holz-Trogbrücke: Miebach gewinnt Wettbewerb für Balinger Gartenschau

Die neue Fuß- und Radwegbrücke soll spätestens zur Balinger Gartenschau 2023 zwei Bereiche des neuen Aktivparks miteinander verbinden. „Bei der Trogbauweise liegen die Hauptträger aus Brettschichtholz in der Geländerebene. Sie werden mit u-förmigen Stahlrahmen gegen ein Umkippen gesichert“, erklärt Frank Miebach.

Holz-Trogbrücke Miebach Balinger Gartenschau
Blick nach Nordwest-Nacht der Holz-Trogbrücke der Balinger Gartenschau. Foto: Miebach Ingenieurbüro

Die Brücke soll den künftigen Aktivpark und den Bereich der Bizerba-Sportarena miteinander verbinden. Weil sie eine deutlich größere Spannweite als die bisherige Überquerung hat, ist ein größerer Hochwasserquerschnitt für die Eyach gewährleistet. Um eine komfortable Anbindung an die Uferwege speziell für Radfahrer zu gewährleisten, ist eine Aufweitung der Brücke an beiden Seiten von 3 auf 5 Meter vorgesehen.

Trogbauweise ist in Herstellung und Umsetzung sehr wirtschaftlich

„Bei der Trogbauweise liegen die Hauptträger aus Brettschichtholz in der Geländerebene. Sie werden mit u-förmigen Stahlrahmen gegen ein Umkippen gesichert“, erklärt Frank Miebach, Inhaber des Ingenieurbüros. Auf den Rahmen sind Längsträger aus Brettschichtholz angeordnet, auf denen ein dichter Gehbelag aufliegt. „Wir haben uns für die Trogbauweise entschieden, weil sie in Herstellung und Unterhaltung sehr wirtschaftlich ist“, begründet der Holzbauexperte. Es werde wenig Material für die überspannte Länge benötigt, da durch die seitlichen Träger eine große statische Höhe erreicht wird. Zusätzliche Kosten spart, dass ein Großteil des Geländers durch die Hauptträger bereits abgedeckt ist.

Holz-Trogbrücke Miebach Balinger Gartenschau
Brückenanbindung am nordwestlichen Eyachufer der Holz-Trogbrücke der Balinger Gartenschau. Foto: Miebach Ingenieurbüro

Seitlich geneigte Träger als besonderer Hingucker

Der simplen Form der Trogbauweise haben die Planer durch die Aufweitungen an den Brückenenden und den seitlich nach außen um 22,5 Grad gekippten Brettschichtholzträgern eine dynamischere Formsprache verliehen. Die Aufweitungen der Brücke werden dabei über eine partielle Krümmung der Brettschichtholzträger realisiert.

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Holz-Trogbrücke der Balinger Gartenschau. Foto: Miebach Ingenieurbüro

Die Trägerhöhe variiert nach statischen Erfordernissen von 1,4 Metern an den Antritten bis 1,7 Metern in den Krümmungsbereichen. Eine eigenständige Höhenführung des Gehbelags zwischen den Trägern, erlaubt eine gute Sicht über die Träger hinweg. Ein zusätzlicher positiver Effekt der geneigten Träger ist, dass die Außenfläche aus Holz sichtbar ist. Für einen ausreichenden Schutz gegen Schlagregen ist im Wege einer überstehenden oberseitigen Abdeckung gesorgt.

Die innenseitige Verkleidung der Träger besteht aus Lamellen aus dauerhafterem Lärchenholz und kann zu Wartungszwecken segmentweise aufgeklappt werden. Anfallendes Niederschlagswasser wird über beidseitig, neben dem Belag angeordneten Blechrinnen gezielt abgeleitet.

Jury lobte sinnfällige Gestaltung und konstruktiven Holzschutz

Das Ingenieurbüro ging mit einem Konzept für eine moderne Holz-Trogbrücke ins Rennen, das die Holzbauexperten gemeinsam mit dem Londoner Architekturbüro Moxon Architects erarbeitet hatten. Ziel war, eine nachhaltige, wartungsfreundliche und langlebige Konstruktion zu präsentieren.

Mit ihrem Entwurf konnte sich das Team gegen zwei weitere Büros aus Deutschland durchsetzen. „Das Ingenieurbüro Miebach hat es geschafft, die notwendigen Elemente einer sinnhaften Konstruktion zum leitenden Gestaltungselement ihres Entwurfs zu machen“, urteilte die Jury. So würden die zugunsten des konstruktiven Holzschutzes verkippten Träger, die aufgrund der Verkehrsbewegungen aufgeweiteten Enden und die dynamisch geschwungene, punktsymmetrische Form in der Gesamtheit zu einer runden und sinnfälligen Gestaltung, die sich harmonisch in den Landschaftsraum einfügt. Zudem sei die Brücke die wartungsfreundlichste Lösung, die auch einen sehr hohen Ausarbeitungsgrad der konstruktiven Details beinhaltet. Mitte April beauftragte die Stadt Balingen das Ingenieurbüro Miebach mit der Ausführung der Eyach-Brücke. gemeinsam mit dem Londoner Architekturbüro Moxon Architects erarbeitet hatten. Ziel war, eine nachhaltige, wartungsfreundliche und langlebige Konstruktion zu präsentieren.

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Blick nach Nordwest-Tag der Holz-Trogbrücke der Balinger Gartenschau. Foto: Miebach Ingenieurbüro