zurück

Holzbau Baden-Württemberg: Gerd Renz ist neuer Präsident

Bei der Mitgliederversammlung Ende Juli 2020 wurde Zimmermeister Gerd Renz zum neuen Präsidenten des Verbandes des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Baden-Württemberg gewählt. Josef Schlosser, der den Verband 16 Jahre lang als Vorsitzender anführte, wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Holzbau Baden-Württemberg Präsident Gerd Renz, Stellvertreter Roland Oettinger, links, und Thomas Bopp, rechts
Präsident Gerd Renz, Stellvertreter Roland Oettinger, links, und Thomas Bopp, rechts. Foto: Holzbau BaWü

Bei der Wahl zum neuen Vorsitzenden in Baden-Württemberg gab es nur einen Kandidaten: Gerd Renz. Der erfolgreiche Geschäftsführer eines eigenen Holzbau-Betriebes in Pfullingen und langjährige Obermeister der Zimmerer-Innung Reutlingen wurde mit überwältigender Mehrheit von der Mitgliederversammlung an die Spitze des Landesverbandes gewählt. Renz war bereits seit 2014 Stellvertretender Präsident – nun leitet er als 'Kopf' die Geschicke des Verbandes.

Der 53-jährige Gerd Renz ist Zimmermeister aus Leidenschaft. Mit Stolz trägt er die 'Kluft', die berufstypische schwarz-weiße Arbeitskleidung der Zimmerleute. "Traditionelle Werte erhalten – und wichtige Innovationen realisieren, das ist eines der Ziele, für die ich mich als Präsident künftig einsetzen möchte."

Stark gemacht hat sich der neue Vorsitzende in den letzten Jahren auch bei dem Thema Arbeitsschutz. "Neben der Fachkompetenz und der Qualität der Dienstleistung steht für mich die Sicherheit im Betrieb und auf der Baustelle beim Kunden an vorderster Stelle. Hier haben wir schon viel erreicht, doch muss das eine oder andere Detail noch besser justiert werden."

Wichtig ist dem neuen Präsidenten auch die Digitalisierung im Holzbaugewerbe: "Allerdings dürfen wir darüber nicht nur reden. Mein Ziel ist es, elementare Aspekte der Digitalisierung für jeden Betrieb nachvollziehbar und greifbar zu machen. Nur so funktioniert's."

Renz möchte sich zudem verstärkt den jungen Menschen zuwenden. "Als interessante Tendenz der Corona-Pandemie hat sich herausgestellt, dass sich junge Frauen und Männer wieder mehr für handwerkliche Berufe interessieren – 'zurück zum Wesentlichen' ist eine mögliche Erklärung dafür. Das sollten wir nutzen. Die junge Generation ernst nehmen, sie in Verantwortungen und Entscheidungen mit einbinden – und von ihnen lernen, ohne die eigenen Erfahrungen zu vernachlässigen. Das ist für mich gangbarer Weg, den ich künftig verfolgen möchte."

Traditionell stehen dem Präsidenten des Landesverbandes zwei Stellvertreter zur Seite. Neben Thomas Bopp, Obermeister der Zimmerer-Innung Neckar-Odenwald-Kreis, und bereits 2018 zum Stellvertreter gewählt, kam nun Roland Oettinger neu hinzu. Oettinger ist Obermeister der Innung Rems-Murr.

Josef Schlosser wird Ehrenpräsident

Holzbau Baden-Württemberg Schlosser Renz
Ehrenpräsident Josef Schlosser (links) und Präsident Gerd Renz. Foto: Holzbau BaWü

Nach vier Amtszeiten als Vorsitzender des bundesweit zweitgrößten Landesverbandes (knapp 1.000 Innungsbetriebe) stand Josef Schlosser nicht mehr zur Verfügung. In diesen 16 Jahren hat der agile und stets vorwärtsstrebende Holzbau-Unternehmer aus Jagstzell vieles bewegt und vieles erreicht. Sein stetiges Credo war 'Kräfte bündeln, um gemeinsam mehr zu erzielen'. Mit der vorrangig von ihm auf Bundesebene erstellten 'BDZ-Vision' fing es vor vielen Jahren an – später kam die Initiative 'Wachstumsmarkt HolzbauPLUS' hinzu. Ziel dieser Überlegungen von ihm war es, die führenden Holzbau-Organisationen an einen Tisch zu bekommen, um gemeinsame Projekte im Bereich Forschung & Entwicklung anzustoßen.
Für sein Wirken wurde er unter anderem mit der Goldenen Ehrennadel des Landesverbandes sowie des Bundesverbandes Holzbau Deutschland ausgezeichnet.

In seiner letzten Ansprache als Präsident des Landesverbandes ging Josef Schlosser auf die aktuelle Situation des Holzbaus in Baden-Württemberg ein. "Beim Bauen mit Holz stehen die Ampeln auf grün. Wir sind mit Abstand das Holzbau-Land Nummer 1 in der Bundesrepublik. Die hiesige Landesbauordnung und die Holzbau-Richtlinie schaffen hervorragende Rahmenbedingungen für diese Bauweise –und entsprechend hoch ist die Nachfrage der Bauherren. Jedes dritte Ein- und Zweifamilienhaus wird hier in zeitgemäßer Holzbauweise errichtet, das ist spitze in Deutschland."

Mit deutlichen Worten benannte Schlosser die Zeichen der Zeit: "Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert des Stahls. Das 20. Jahrhundert das des Betons – und das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert des Holzes!"

Eigentlich hätte bereits im März des Jahres die Mitgliederversammlung stattfinden sollen, doch machte der Corona-Virus auch dieser Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung. Nun wurde vier Monate später, an einem Samstag und unter großem Sicherheitsaufwand, dieses Ereignis nachgeholt.