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Holzbau Deutschland: Die Zimmerer haben keine Berührungsängste mit der Digitalisierung

Nach seiner Wiederwahl zum Vorsitzenden von Holzbau Deutschland informierte Peter Aicher über wichtige Themen des Zimmererhandwerks, insbesondere sprach er über Digitalisierung, ökologische Produktdeklarationen oder Forschung und Entwicklung im und für den Holzbau.

Aicher Schlosser
Digitalisierung, ökologischen Produktdeklarationen sowie Forschung und Entwicklung sind die Themen des Holzbaus in der näheren Zukunft. Das sagen Peter Aicher, Vorsitzender (links) und Josef Schlosser, stellvertretender Vorstizender (rechts) von Holzbau Deutschland.

Die Prognose für den Holzbau sei für die kommenden Jahre zwar hervorragend, dennoch sieht Peter Aicher viele Aufgaben auf den Verband und den Vorstand zukommen. Insbesondere stellt sich die Frage, wie das Zimmererhandwerk in zehn oder 20 Jahren aussehen wird. Die Digitalisierung nehme in einem atemberaubenden Tempo Fahrt auf und werde auch das Zimmererhandwerk weiter verändern. Zimmerer hätten zwar keine Berührungsängste bei der Digitalisierung und seien im Vergleich zu anderen Gewerken gut aufgestellt. Dennoch müsse man Entwicklungen wie „Big Data“ oder „Big Cloud“ im Auge behalten und genau beobachten, welche Chancen und Risiken sich für die Holzbauunternehmen ergeben.

"Wir müssen noch viel mehr ökologischer, nachhaltiger und ressourcenschonender Bauen"

Ein weiteres wichtiges Thema für den Holzbau sieht Aicher in den ökologischen Produktdeklarationen. Hier werden die Materialeigenschaften der Bauprodukte im Hinblick auf die Kreislaufwirtschaft und die Ressourceneffizienz erfasst. Damit können Gebäude hinsichtlich ihrer Gesamtenergiebilanz bereits in der Planungsphase besser verglichen werden. „Das ist sehr wichtig für uns, für unsere Umwelt und für unsere Kinder. Denn wir leben ökologisch betrachtet auf Pump. Das darf so nicht weitergehen. Wir müssen noch viel mehr ökologischer, nachhaltiger und ressourcenschonender Bauen“, so Aicher. Holz als nachwachsender Rohstoff sei hier zwar vorne mit dabei. Allerdings könne der Holzbau nicht alleine die Lösung sein. Die Zukunft liege, unabhängig vom Baustoff, im Leichtbau und im Recycling. Als Präsident des europäischen Holzbau Verbandes will sich Peter Aicher auch in Europa für die Weiterentwicklung des Holzbaus einsetzen. Da in den anderen Ländern die gleichen Themen bearbeitet werden, entstünden in dieser Zusammenarbeit wichtige Synergieeffekte.  

Holzbau Deutschland als treibende Kraft in Forschung und Entwicklung

Was Forschung und Entwicklung angeht will Holzbau Deutschland auch weiterhin treibende Kraft für den Holzbau in Deutschland sein. Im letzten Jahr wurde die Besetzung der Gremien in der für den Holzbau relevanten Normenarbeit ausgebaut. Dazu Aicher: „Das ist deshalb so wichtig, weil wir bei der Erarbeitung der Normen und der Standards das Wissen und die praktische Erfahrung unserer Zimmerer- und Holzbauunternehmer einbringen können. Nur so werden Bauteile und Bauweisen entstehen, die für uns in der Praxis einsetzbar sind und die uns wirtschaftlicher bauen lassen“.

In diesem Zusammenhang stellte der stellvertretende Vorsitzende von Holzbau Deutschland Josef Schlosser der Fachversammlung das Strategiepapier „Wachstumsmarkt Holz|Bau 2018 plus“ vor. Er betonte, dass Forschung und Entwicklung Branchenaufgabe sei und es hier nur einen gemeinsamen Weg geben könne. Er sieht die Lösung in einer strategischen Aufstellung der gesamten Holzwirtschaft. Dabei sollen die Kräfte der gesamten Branche gebündelt werden, um eine schlagkräftige Forschungs- und Innovationsplattform für den Holzbau zu schaffen. Die Forschungsvorhaben des Holzbaus könnten besser koordiniert und Doppelforschung verhindert werden. Schlosser unterstrich, dass es dabei nicht um den Verband Holzbau Deutschland gehe, sondern um die gesamte Holzbaubranche. Das starke Wachstumspotenzial, das für den Holzbau vorausgesagt werde, sei nur mit einer starken und geeinten Holzwirtschaft möglich. Es sei nicht wirklich zielführend, wenn sich die Branche immer mehr Verbände leiste, statt sich auf die Zukunft zu konzentrieren.