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Holzhochbau: Hamburg mit höchstem Holzgebäude Deutschlands

Im Hamburger Quartier Elbbrücken entsteht bis 2021 Deutschlands höchstes Holzgebäude, die „Wildspitze“. Das Gebäude vereint Wohnen und gemeinnützige Nutzung mit einem besonderen Ausstellungsformat zum Thema Natur-und Artenschutz.

Wildspitze Hamburg Holzhochhaus Hochhaus
In Hamburg entsteht Deutschlands höchstes Holzhochhaus. Bild: Störmer, Murphy & Partners

"Uns inspiriert die Chance, mit dem Projekt Wildspitze einen bedeutenden Beitrag zur Weiter-entwicklung innovativer und optimierter Prozesse in der Planung mit dem zukunftsträchtigen Baustoff Holz leisten zu dürfen. Die Grenzen der Einsatzmöglichkeiten von nachwachsenden Rohstoffen im großmaßstäblichen Hochbau auszuweiten, stellt nicht nur für uns Architekten eine der spannendsten bautechnischen Herausforderungen dar. Das Spektrum an intelligenten und zukunftsweisenden Ansätzen im gesamten Planungs- und Bauprozess mit Holz ist groß – die Zeit ist reif, die vielfältigen Möglichkeiten auszuschöpfen", so Planer Jan Störmer, Störmer Murphy and Partners.

Auf dem exponierten Grundstück, den der vorspringenden Kaianlage des Baakenhafens, entstehen nach dem Entwurf des Hamburger Architekturbüros Störmer Murphy and Partners etwa 190 Wohnungen, ein Drittel davon als öffentlich geförderter Wohnungsbau. Mit Ausnahme der aussteifenden Treppenhauskerne werden sowohl die tragenden Bauteile als auch die Gebäudehülle vollständig aus Holzwerkstoffen hergestellt.

Markanter Orientierungspunkt wird dabei der rund 64 m hohe, 18-geschossige Turm sein, der allseitig mit einer individuell zu öffnenden, gläsernen zweiten Fassadenhaut, die als Lärm-, Witterungs- und Brandüberschlagsschutz dient, umhüllt werden wird. Hinter dieser Glashülle wird jede Wohnung über eine großzügige Loggia verfügen.

„Das Projekt „Wildspitze“ mit seiner experimentellen, höchst anspruchsvollen Holzbauweise passt hervorragend in das Quartier Elbbrücken und wird dessen hohen Nachhaltigkeitsstandards und Innovationskraft sehr gut repräsentieren. Die Deutsche Wildtier Stiftung mit ihrer multimedialen Ausstellung und umfangreichen naturpädagogischen Angeboten bereichert das Kultur- und Bildungsprogramm nicht nur der HafenCity, sondern ganz Hamburgs", ergänzt Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH.

Die „Wildspitze“ ist jedoch kein reines Wohngebäude: Die Deutsche Wildtier Stiftung wird auf rund 2.200 m² über zwei Ebenen eine multimediale Ausstellung zu den Wildtieren Deutschlands und ihren Problemen mit uns Menschen schaffen. Dabei sollen Elemente einer „augmented reality“, einer erweiterten Realitätswahrnehmung, gezielt eingesetzt werden, damit Menschen sich in die Situation von Wildtieren und ihren Bedürfnissen besser hineinversetzen können. Neben der Ausstellung wird Deutschlands erstes Naturfilm-Kino Besucher anlocken. Dort werden Tag für Tag die besten Tierfilmproduktionen und Dokumentarfilme zu ökologischen Themen zu sehen sein, um Menschen für die Natur zu begeistern. Als drittes Element sind ganzheitliche, naturpädagogische Angebote geplant, bei denen Kindern und Jugendlichen unter fachlicher Begleitung lebendiges Naturwissen vermittelt wird. Dabei haben die Pädagogen die Möglichkeit, mit Hilfe der Ausstellung und des Kinos die Themen multimedial aufzubereiten. Ein gastronomisches Angebot mit nachhaltigen Produkten wird das Konzept ergänzen.

Die Deutsche Wildtier Stiftung bezieht in den Obergeschossen zudem mit rund 35 Mitarbeitern ihre Büroräume. Insgesamt werden knapp 4.000 m² von der Deutschen Wildtier Stiftung genutzt. Die Deutsche Wildtier Stiftung wird Eigentümerin der von ihr genutzten Flächen aus Mitteln des Stiftungsvermögens.

Georg Nunnemann, Leiter Projektentwicklung, Garbe Immobilien-Projekte GmbH zu seiner Motivation: „Garbe wird durch die Realisierung der Wildspitze in Massivholzbauweise ein in allen Belangen höchst innovatives Projekt realisieren. Der Planungs- und Bauprozess wird weitreichende Erkenntnisse im Hinblick auf die Verwendung von Holz im Hochbau ermöglichen. So schaffen wir uns eine immer größere Basis, auch zukünftig verantwortungsvoll und nachhaltig zu bauen.“