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Holzhochhaus: 73 Meter Holzhybrid in Amsterdam

Ein 73 Meter hohes Wohngebäude entsteht derzeit in Amsterdam. Es wird in Holz-Hybridbauweise erstellt und gehört damit zu den höchsten Hochhäusern seiner Art.

HAUT Holzhochhaus Amsterdam
In Amsterdam entsteht das Wohngebäude „HAUT“. Die Verwendung von Holz macht es zu einem ökologisch wertvollen und ästhetisch ansprechenden Projekt.Foto: Zwartlicht / Team V Architecture

In direkter Lage zur Amstel entstehen mit dem „HAUT“ derzeit 52 Wohneinheiten. Die Verwendung von Holz macht das Projekt so besonders: Denn ein Gebäude mit 21 Stockwerken und einer Höhe von 73 Metern ist auch in hybrider Bauweise keine Standardaufgabe. Kombiniert werden dabei im Deckenbereich Brettsperrholzplatten mit Beton. Die Fugen dieser Holz-Beton-Verbunddecken werden vor Ort vergossen. Zudem besteht ein großer Teil der tragenden Wände und Stützen aus Holz.

Ein Regelgeschoss verfügt über eine viereckige Grundfläche, wobei eine Ecke nach außen gezogen wird – in diesem Bereich der Auskragung kommen Stahl- und Betonunterzüge zum Einsatz, die der Statik dienen. Die Balkonkonstruktion bildet sich aus auskragenden Stahlbalken, auf denen die Balkonplatte, welche als Leichtbetonfertigteil erstellt ist, aufliegt. Treppenhaus und Aufzugschacht bestehen im Wesentlichen aus Ortbeton. Die Fassade wird als nicht tragende Holzrahmenbauwand gestaltet. Die Elemente sind innen mit einer Gipsfaserplatte und außen mit einer Faserzementtafel beplankt. Die Dämmebene liegt in der Ständerebene.

HAUT Holzhochhaus Amsterdam
Deckenbereich Brettsperrholzplatten mit Beton. Zudem besteht ein großer Teil der tragenden Wände und Stützen aus Holz. Foto: Jannes Linder

Der nachwachsende Rohstoff Holz spiegelt zum einen das ökologische Bewusstsein bei diesem Projekt wider – zum anderen ermöglicht er einen hohen Vorfertigungsgrad und auf diese Weise eine geringe Montagedauer.

Der Wohnturm basiert auf Plänen des niederländischen Architekturbüros Team V Architectuur. Der Generalunternehmer ist bei dem Bauvorhaben J.P. van Eesteren B.V. In Zusammenarbeit mit der Woschitz Group aus Wien, Assmann Beraten + Planen aus Hamburg, Prof. Dipl.-Ing. Rainer Pohlenz aus Aachen, Ekoflin aus Bavel bildete Brüninghoff das Beraterteam in der Planungsphase. In der eigentlichen Construction-Phase besteht das Planerteam-Holzbauengineering aus RWT plus, Assmann Beraten + Planen sowie Brüninghoff.

HAUT Holzhochhaus Amsterdam
Wohnturm in hybrider Bauweise: Holz wird hier in der Primärkonstruktion mit Beton und Stahl kombiniert. Foto: Brüninghoff

Bei der Realisierung setzt der beauftragte Generalunternehmer J.P. van Eesteren B.V. aus Gouda auch auf Knowhow aus Deutschland: So ist unter anderem Brüninghoff derzeit mit dem Leuchtturmprojekt an der Amstel betraut. Zu den Aufgaben des Hybridbauspezialisten zählen der Holzabbund, die Fertigung und Montage der Holzelemente sowie der Stahl- und Betonfertigteile.

Bautafel

Bauvorhaben: HAUT, Amsterdam, Niederlande

Projektentwicklung: Lingotto, Amsterdam

Generalunternehmer: J.P. van Eesteren B.V., Gouda

Architektur: Team V Architectuur, Amsterdam

Tragwerksplanung, Bauphysik, Brandschutz: Arup Niederlande, Amsterdam

Beraterteam Planungsphase: Woschitz, Wien; Assmann Beraten + Planen, Hamburg; Prof. Dipl.-Ing. Rainer Pohlenz, Aachen; Ekoflin, Bavel; Brüninghoff, Heiden
Planerteam-Holzbauengineering: RWT plus, Wien; Assmann Beraten + Planen, Hamburg; Brüninghoff, Heiden