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Holzturm: In den Sternenhimmel geschaut

Seit Mitte Mai können Wanderer auf einem 14 Meter hohen Naturbeobachtungsturm mitten in der Kyritz-Ruppiner Heide (Brandenburg) die Weite der Landschaft oder den Sternenhimmel bestaunen. Der Entwurf für das Bauwerk stammt von dem auf modernen Holzbau spezialisierten Ingenieurbüro Miebach, das auch die Ausführung betreut hat.

Miebach Kyritz-Ruppiner Heide
Foto: Peter Geisler

Wo noch bis 1993 sowjetische Truppen Übungen absolvierten, hat sich die Natur wieder ihren Platz zurückerobert. Die Kyritz-Ruppiner Heide ist eine der größten zusammenhängenden Heideflächen Europas. Mit dem neuen komplett mit Lärchenholz verkleideten Aussichtsturm auf dem Sielmann-Hügel hat das Naturschutzgebiet nun ein bereits von Weitem sichtbares Wahrzeichen erhalten. 
 „Vor dem historischen Hintergrund war es uns wichtig, dass sich der Turm harmonisch in die Landschaft einfügt“, berichtet Frank Miebach, Inhaber des Ingenieurbüros Miebach. Dabei leitet sich die Form des Turms von der Silhouette eines Baumstammes ab. Die circa 32 Quadratmeter große Plattform bildet die Krone und nimmt durch ihren achteckigen Grundriss und die Geländerform zudem Bezug auf die benachbarten Schutzhütten. Die obere Plattform ist zwar als abgedichtete Ebene konzipiert, ein separates Dach gibt es jedoch nicht. Wenn der Besucher die 75 Stufen erklommen hat, soll er einen ungestörten Blick auf die Natur und den Himmel haben.

Miebach Kyritz-Ruppiner Heide
Foto: Peter Geisler

Konstruktiver Holzschutz im Fokus

Das Haupttragwerk des Turms besteht aus 16 gekrümmten Brettschichtholzstützen, von denen jeweils zwei zu einer Stütze gekoppelt wurden. „Diese Idee ermöglicht ein hohes Maß an Vorfertigung und reduziert die Montagekosten erheblich“, begründet Miebach.

Besonderen Wert haben die Planer darüber hinaus auf einen dauerhaften konstruktiven Schutz des Hauptbaustoffes Holz gelegt. Vor Wettereinflüssen werden die tragenden Holzbauteile nicht nur von der abgedichteten Aussichtsplattform, sondern auch von einer seitlich vorgehangenen Lamellenfassade geschützt, die aus leicht austauschbaren Lärchenholzlamellen besteht. „Außerdem haben wir bewusst Brettschichtholz für die Haupttragstruktur eingesetzt, das biegbar und formstabiler ist“, betont Miebach.

Miebach Kyritz-Ruppiner Heide
Foto: Peter Geisler

Zeitgemäße Holz-Stahl-Konstruktion

Hinzu kommt ein intelligent eingesetzter Materialmix. So ist Holz zwar das Hauptmaterial. Insbesondere bei der Treppe kommt jedoch Stahl zum Einsatz, da ein konstruktiver Holzschutz hier besonders aufwendig ist. „Aufgrund all dieser Maßnahmen kann der Aussichtsturm eine Lebensdauer von über 60 Jahren erreichen“, prognostiziert der Planer. Chemische Holzschutzmittel seien dabei nicht erforderlich.

 
Über das Ingenieurbüro Miebach
Im April 2005 gründete Diplom-Ingenieur (FH) Frank Miebach das Ingenieurbüro, das sich aus ökologischer und ökonomischer Überzeugung als Schwerpunkt mit der Entwurfsplanung und Projektbetreuung von konstruktiv geschützten Holzbauwerken beschäftigt.Seit der Gründung sind auf der Grundlage von Miebachs Entwürfen über 100 moderne Holzbrücken, Türme, Dächer oder Baumwipfelpfade in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Norwegen, den Niederlanden und der Schweiz entstanden