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Hybrid, variabel & bezahlbar

Gleich zwei Studentenwohnheime in Bochum und Wuppertal dienen als real gebaute Experimentierfelder. Deren Mischkonstruktionen aus Holz, Stahl und Beton basieren auf einem Baukastensystem, das von hohen Vorfertigungsgraden geprägt wird.

bmH 1.2020 Studentenwohnheime
Das Studentenwohnheim in Bochum mit außenliegender Erschließung und zwei unterschiedlich bekleideten Vorhangfassaden. Bild: Sigurd Steinprinz

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat ein Forschungsprojekt aufgelegt, das der Entwicklung und Erprobung von Wohnraum für ausgesuchte Nutzergruppen dienen soll. Dabei stehen neben den Baukosten auch die Bauzeit, die Flächenversiegelung und die Dauerhaftigkeit auf der Agenda. Des Weiteren spielt, wie der Projektname ‚Variowohnen‘ bereits vermuten lässt, eine möglichst hohe Nutzungsvielfalt die zentrale Rolle. Denn die Grundrisse nicht weniger Gebäude und Wohnungen, die heute gebaut werden, entsprechen bereits nach relativ kurzer Zeit nicht mehr den Lebensbedürfnissen der Menschen. In Ableitung dessen sind Architektur, Holzbau, Tragwerksplanung und Gebäudetechnik angetreten, um aus diesem Dilemma eine Perspektive für die heterogenen Zielgruppen bestehend aus Auszubildenden, StudentInnen, Senioren und Geflüchteten zu entwickeln: bezahlbarer Wohnraum mit überschaubaren Nebenkosten und flexibel modifizierbaren Wohnraumdesigns, die dem starren Bauträgereinerlei eine gangbare Alternative entgegensetzen. Den beiden Bauprojekten wurde ein Rahmen mit freien Grundrisstypologien und klaren Strukturen vorangestellt. So mussten die Einzelappartements mindestens 20 m² groß sein und neben dem Wohnbereich über ein eigenes Bad und Küche verfügen. Alternativ durften maximal vier Wohnplätze zu einer Wohneinheit zusammengefasst werden mit einem Bad für zwei Personen. Zudem sind die Appartements 10 Jahre lang für besagte Zielgruppen zu reservieren, mit einer Obergrenze der Warmmiete von 280 € Monat + 20 € Möblierungspauschale.

Titel bmH 1.2020

Die Vario-Bauvorhaben werden dabei von der Planung über die Erstellung inklusive der Nutzung wissenschaftlich begleitet. Denn ob und wie die avisierte Nutzungsneutralität und die angedachte Variabilität auch realiter greifen, darüber können nur die statistisch erfassten Daten zur Wohnraumnutzung und zum Bewohnerverhalten final Auskunft geben.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie bmH bauen mit Holz 1.2020.

Autor: Marc Wilhelm Lennartz