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Beschaffungsmanagement: Strategische Beschaffung sichert Verfügbarkeit und Preis

Rund 5000 individuelle Dachkonstruktionen in Nagelplattenbinder-Bauweise verlassen jedes Jahr das Werk von Ing.-Holzbau Schnoor. Rund 35.000 Kubikmeter Konstruktionsvollholz (KVH) sind darin verbaut. Die längeren Vorlaufzeiten durch den zeitaufwändigen Herstellungsprozess des KVH im Sägewerk fängt das Unternehmen durch sein strategisches Beschaffungsmanagement auf.

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Mehr als 5.000 vorgefertigte Dachkonstruktionen liefert Ing.-Holzbau Schnoor Jahr für Jahr aus. Die Verfügbarkeit der erforderlichen Rohstoffe ist durch das strategische Beschaffungsmanagement gesichert. Fotos: Schnoor

"Wir können fast jedes Produkt mit sehr kurzer Lieferfrist realisieren", sagt Schnoor-Chef Kay Ebe Schnoor. Seit 2007 produziert das Unternehmen ausschließlich mit zertifiziertem KVH der Güteklasse S10 TS oder C24. Es liefert die Dachkonstruktionen komplettiert um Verbindungsmittel, Befestiger und Baunebenhölzer als richtfertige Leistung. Hauptabnehmer sind Zimmerer und Dachdecker, aber auch Bauträger, Wohnungsbaugesellschaften und Baufirmen.

Als das Holzbau-Unternehmen auf KVH umstellte, war klar: Um weiter sehr kurze Lieferfristen zu realisieren, musste die Beschaffung neu organisiert werden. "Im Kern ging es darum, nach hinten eine Kette aufzubauen, die so funktioniert, dass ich nach vorne jederzeit versprechen kann, du erhältst dein Dach in sehr kurzer Zeit", verrät Schnoor.

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Trocken und belüftet werden die 114 verschiedenen Dimensionen an Fichte und Tanne gelagert.

Das Holzlager in Burg bei Magdeburg ist wie eine Nabe im Rad ins Zentrum der Werksanlage gebaut. "Wir wickeln 95 Prozent der Produkte, die wir herstellen, über unser Lager ab", erklärt der Geschäftsführer. Etwa 5 Prozent der Aufträge verlangten statische Sonderlösungen und deshalb auch Sonderquerschnitte. "Die bestellen wir in Kommission", so Schnoor weiter.

Etwa 10 Prozent der Jahresmenge, den Bedarf für rund 500 Bauvorhaben, hält das Unternehmen laufend am Lager - Konstruktionsvollholz in 114 verschiedenen Dimensionen und Längen. Um die Qualität des KVH auch dauerhaft sicherzustellen, wird das Holz im Lager fünfstöckig trocken und belüftet gelagert. Jeden Monat schlägt sich das Lager einmal komplett um. "Wir müssen in der Lage sein, abzuschätzen, welches Holz und welche Querschnitte wir in vier oder fünf Wochen brauchen, weil die Bestellungen dafür jetzt raus müssen", weiß Schnoor.

75 Prozent des Holzes bezieht das Unternehmen aus inländischem Anbau, knapp ein Viertel kommt aus dem Ausland. Jeden Lieferanten haben Frank Neuhoff, Fertigung, und Benjamin Bialluch, Einkauf, persönlich besucht und geprüft. Das Expertenteam: "So stellen wir sicher, dass die Qualität unserer Partner unseren Standards entspricht". Dass das Unternehmen ausschließlich Hölzer aus Fichte und Tanne verarbeite, komme aus der Zeit, als es noch keine keilgezinkten Werkstoffe wie KVH gab.

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Kay-Ebe Schnoor führt das Unternehmen in zweiter Generation

Das Unternehmen kooperiert heute eng mit zuverlässigen Schlüssellieferanten. Sie produzieren laufend bekannte Längen und Querschnitte für das eigene Lager und halten sie zum Abruf für den Holzbauer bereit. "Wir garantieren im Gegenzug die Abnahme und Verteilung bestimmter Mengen. Unser Vertrieb kann ohne Rücksicht auf die Beschaffungssituation draußen mit breiter Brust verkaufen."

Das auch in Zeiten angespannter Materialsituation: Das Holzgewerbe, die Hersteller von Säge-, Platten- und Holzprodukten im baunahen Bereich, verzeichneten nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie (HDH) 2011 einen Umsatzanstieg von 9,4 Prozent. Dazu wird immer mehr Holz aus der Durchforstung wird für energetische Zwecke eingesetzt. Starke Abnehmer sind auch die Papier-, Karton- und Zelluloseindustrien. Vor zwei Jahren habe es Signale aus den Sägewerken gegeben, dass die nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland hier nur schwer nachkomme, erzählt der Geschäftsführer. Die steigende Nachfrage habe auch die Preise für KVH dramatisch in die Höhe getrieben. "In den letzten zwei Jahren haben wir Preissteigerungen um 15 Prozent" sagt Schnoor. "Das ist schwer umzusetzen."

Mit seinem strategischen Beschaffungs-Management sieht sich der Schnoor-Inhaber, der das Familienunternehmen in zweiter Generation führt, grundsätzlich gut aufgestellt. Und sein Optimismus scheint nicht unberechtigt. Das Unternehmen hat gerade wieder alle Hände voll zu tun, die Geschäfte boomen.

Heike Freimann

Autorin

Heike Freimann betreut für

Wibo Agentur für Unternehmenskommunikation

die Pressearbeit des Dachbauspezialisten

Ing.-Holzbau SCHNOOR GmbH

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